Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 10.-13. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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während ich den Platz einnahm, den er verlaſſen hatte, und Jeder commentirte alſo dieſen Vorfall!

„Es ſcheint, Frau von Méligny läßt ſich einen geregelten Hof von Herrn Dupleſſis machen, und Herr von Vareuil, der, ſehr eiferſüchtig, die Sache ſchlimm aufnimmt, hängt ſich an Mademoiſelle Chonchon, um Frau von Méligny äußerſt unangenehm zu ſein.“

Und es kreiſten die boshaften Witze und die Lorg⸗ netten wurden hinterhältiſch abwechſelnd auf die zwei Heldinnen dieſes kleinen Scandals gerichtet.

Als die Gegenwart von Vareuil in der Loge von Mademoiſelle Chonchon durch Herrn von Meéligny be⸗ zeichnet worden war, erröthete ſeine Frau, die ich auf⸗ merkſam anſchaute, und es ſchien mir, als läſe ich in ihrer Phyſiognomie das Gefühl verletzter Eitelkeit, nicht aber den Ausdruck von einem Herzenskummer.

„Ich finde es vollkommen unanſtändig, daß Herr von Vareuil, wenn er aus der Loge einer Frau der guten Geſellſchaft weggeht, ſich zu einer Creatur be⸗ gibt, um ihr den Hof zu machen,“ ſagte Herr von Meligny. „Sie ſollen ſehen, nach dieſer ſchönen That wird ſich der Oberſt wieder hierher zu Ihnen ſetzen, meine Damen!“

„Ich verſichere Sie, daß ich mich ſehr wenig um die Ertravaganzen von Herrn von Vareuil bekümmere,“ verſetzte Frau von Méligny, während ſie dahin und dorthin im Saale lorgnirte, um ſich eine gewiſſe Hal⸗ tung zu geben; denn ſie wußte, daß ſie in dieſem Mo⸗ ment der Zielpunkt vieler boshaften Blicke war.

„Ich bin feſt überzeugt,“ ſagte Herr von Méligny, „trotz ſeiner Freundſchaft für Herrn von Vareuil, fin⸗ det Herr Dupleſſis dieſes Benehmen mindeſtens ſehr außerordentlich.“

„Mein Herr,“ entgegnete ich, „es thut mir leid, die Anſicht von Frau von Méligny und die Ihrige nicht theilen zu können; weit entfernt, mir extra⸗ vagant, außerordentlich zu ſcheinen, dünkt mir das Be⸗