Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 14.-17. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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„Wer iſt da?“

„Ich!“ antwortete ich ungeduldig. „Oeffnen Sie!“

„Mein Herr, Madame kleidet ſich an,“ rief die Mulattin; und ich hörte, wie ſie ſich entfernte.

Voll Grimm ging ich zu mir hinauf, ſchickte Du⸗ pin zu Stephen und ließ ihm befehlen, zu mir zu kom⸗ men. Dieſer Schurke hatte die Unverſchämtheit, meinem Kammerdiener zu antworten, er habe von ſeiner Ge⸗ pieterin den Befehl erhalten, nur ihr zu gehorchen. Ich war auf dem Punkte, hinzugehen und den frechen Burſchen ſelbſt vor die Thüre zu werfen; doch die Furcht vor einem ärgerlichen Streite hielt mich zurück, und ich erwartete mit Ungeduld den Augenblick, wo Madame Du⸗ pleſſis ihre Toilette beendigt hätte, um mit ihr eine entſcheidende Unterredung zu haben. Ich wurde in meiner Hoffnung getäuſcht. Unſer Haushofmeiſter kam und meldete mir, das Diner ſei ſervirt, und Ma⸗ dame erwarte mich im Speiſezimmer.

Ceſarine wollte offenbar an dieſem Tage das Ende der Erklärung vereiteln, die ich mit ihr zu haben wünſchte. Ich fand ſie in großer Tvilette für die Oper bei Tiſche ſitzend: es war in der That unſer Logentag; unfere Leute bedienten; vor ihnen mußts ich mir Zwang anthun, und ich ſagte nur zu meiner Frau:

„Ich wünſchte mit Ihnen vor Ihrem Abgange zur Oper zu ſprechen.“

„Sie wollen mich alſo nicht begleiten, mein

4 „Nein.

„Ich bedaure es; denn ich werde genöthigt ſein,

Sie ſogleich nach dem Mittageſſen zu verlaſſen; ich habe Frau von Montbriſon verſprochen, ſie um halb acht Uhr in ihrer Wohnung abzuholen.“

„Sie könnten Ihren Wagen zu Frau von Mont⸗ briſon ſchicken; man würde dieſe nach der Oper fahren und dann zurückkommen, um Sie hier abzuholen.“

„Das hieße, wie mir ſcheint, die Rückſichten ge⸗