Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 14.-17. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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Ceſarine.

„Mein Gott! weil ich finde, daß Sie offenbar viel zu viel Geld ausgeben, und ich will fortan Ihre Aus⸗ gaben beſchränken!“

Bei dieſen Worten, welche Madame Dupleſſis mit der allerruhigſten Miene und ſcheinbar ohne irgend eine Ironie ausſprach, hatte ich zum erſten Male das klare Bewußtſein von Allem dem, was Niedriges, Elendes, Schmachvolles in meiner Lage war; meine Frau, der unſer Vermögen gehörte, glaubte ſich berechtigt, und war berechtigt, meine Ausgaben zu beſchränken! mir Dieſes zu bewilligen! mir Jenes zu verweigern! mir ihre Börſe zu öffnen oder zu verſchließen, je nach ihrer Laune, mit einem Worte, mir mittelbar oder unmittelbar ſuͤhl⸗ bar zu machen, daß ich ihr allein dieſen Reichthum verdankte, den ich genoß, und daß ich, wenn ich mir einen Mißbrauch erlaubte, unter Vormundſchaft ge⸗ ſtellt werde.

Nein! hätte man mich mit einem glühenden Eiſen auf der Stirne gezeichnet, ich glaube, meine Scham wäre nicht tiefer, ſchmerzlicher geweſen!

Ich blieb niedergeſchmettert; bis jetzt hatte ich zweifeln) wollen an einer Maßregel, welche ſo ſchnur⸗ ſtracks dem außerordentlichen Zartgefühle entgegengeſetzt, von dem Ceſarine bei Geldfragen bis dahin noch nie abgewichen war ..

Meine Frau fuhr fort mit einem Ausdrucke von unſtörbarer Sanftmuth, der mich empörte, weil er mir das Uebermaß der Heuchelei zu ſein ſchien:

„Mein armer Freund, ich habe heute wahrhaftig Unglück; Sie ſind nun ganz betrübt. Warum? weil ich als vernünftige Haushälterin, mehr in Ihrem In⸗ tereſſe, als in dem meinigen (denn ich bekümmere mich wenig um die vergänglichen Güter dieſer Welt), weil ich, ſage ich, Ihre Ausgaben beſchränken zu müſſen glaubte.