Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 5.-9. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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geſetzte Reaction; dann ſellt ſich das Gleichgewicht wieder her.

„Ein Jahr lang habe ich zu ſehr durch den Körper gelebt, ich lebe ohne Zweifel zu dieſer Stunde zu ſehr durch die Seele; eine richtige Mitte zwiſchen dieſen Exceſſen wird ſich, wie ich hoffe, bald her⸗

ellen.

„Ich habe Dir geſagt, liebe Hermance, um keinen Preis der Welt möchte ich Herrn Jean Raymond ver⸗ geſſen; wäreſt Du hier, ſo hätten wir ohne Zweifel folgende Unterredung. Nimm das an, und der Dialog, der hier folgt, wird Dir begreiflich machen, was Dir ohne dies unerklärlich ſcheinen würde.

„Du: — Wie, arme Wahnfinnige, Du gefällſt Dir in der Erinnerung an einen Mann, den Du nie wie⸗ derſehen ſollſt?“

„Ich: — Gerade deshalb gefalle ich mir darin in aller Sicherheit.

„Du: — Aber, Albine, Du geſtehſt es, Herr Jean liebt Dich nicht? er liebt nur ſeine Mutter „ und die Freiheit, der er ſein Leben geweiht hat.

„Ich: — Nein, Herr Jean liebt mich nicht ... Nie wird er mich lieben, ich weiß es; aber nicht wahr, Du wirſt zugeſtehen, daß er nach dem Portrait, welches ich Dir von ihm entworfen habe, würdig iſt, geliebt zu werden?

„Du: — Das mag ſein.

„Ich: — Du wirſt auch zugeſtehen, daß es, ohne in ausſchweifende Vermuthungen zu gerathen, nichts ſehr Auffallendes geweſen wäre, wenn Herr Jean Ray⸗ mond mich geliebt hätte?

„Du: — Das mag abermals ſein; doch was willſt Du aus dieſer Vorausſetzung ſchließen, arme Albine? Warum beharrſt Du bei dieſem unſinnigen Traume? „Ich: — Hier erwartete ich Dich . . . Nein, nein, es iſt kein Traum. „Du; — Es iſt kein Traum?