Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 5.-9. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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Ich weiß es nicht, Fernand; vielleicht iſt unſer Glück zu groß, es laſtet auf uns.

Roſa ſprach die Wahrheit.

Es gibt ſo große Gluckſeligkeiten, daß das menſch⸗ liche Gemüth oft gerade durch ihre Größe erdrückt wird.

Das auf dieſes doppelte Bekenntniß folgende Ge⸗ ſpräch war tief ſchwermüthig. Roſa ſprach lange von ihrer Mutter, welche einige Jahre vorher geſtorben war. Dieſe rührenden Erinnerungen machten aufs Neue ihre Thränen fließen.

Um zehn Uhr fand uns der Thee nicht minder traurig, und dieſe ſo leidenſchaftlich erwartete Nacht war noch melancholiſcher, als der Abend.

Lebe wohl alſo, Roſa . . . Zum Glück waren un⸗ ſere Melancholien ſelten, und dieſe Ueberfülle von Glück⸗ ſeligkeit ergoß ſich nicht immer in Thränen. Zeuge hievon iſt dieſer Schlüſſel zu einer der Thüren des Parkes von Saint⸗Preuil, den ich vorhin unter meinen Reliquien wiedergefunden habe; Zeuge iſt auch jenes unter großen Bäumen verborgene Häuschen, von außen bäueriſch und verfallen, im Innern aber ein wahres kleines Eden, deſſen Thüre ſich Dir öffnete, wenn Du auf dem kleinen Fußpfade der Sperberbäume aus Dei⸗ nem Parke kamſt, um ſo lange Stunden in unſerem ländlichen Winkel zuzubringen, wo ich zwei Sommer hindurch einſam, meinen Nachbarn unbekannt, wohnte.

Ich habe mit dieſen Briefen eine Sammlung von Zeitungen aller Länder verbrannt, welche in allen Spra⸗ chen Europas Deinen Ruhm und Deine Schönheit be⸗ ſangen, o Fanny, große Tänzerin. Lebe wohl, Du, deren Siegeswagen berauſchte Bevölkerungen zogen, nachdem ſie Dir mit einer wahren Hirnwuth auf den Theatern zweier Welten Beifall geklatſcht hatten! Du gingſt auf dem Gelde und auf den Blumen, womit man Dir Deinen Weg beſtreute. Den Berühmteſten gleich, war Dein Name in Jedermanns Munde. Du haſt zu Deinen reizenden Füßen, ich weiß nicht wie viel Gattungen