Teil eines Werkes 
1. Band, Therese Dunoyer : 1. Band (1845) Thérèse Dunoyer
Entstehung
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Serpentine. Da fällt mir das Abenteuer der Herzogin von Mirepont ein.

Beaudricourt (gezwungen lachend). Serpentine, nimm Dich in Acht. Sie iſt meine Couſine.

Serpentine. O, ich rede von der Geliebten des kleinen Sainval.

Beaudricourt. Deswegen kann ſie doch meine Cou⸗ ſine ſein.

Serpentine. Deine Couſine? Laß hören. Wie ſoll das zugehen?

Beaudricourt. Die Herzogin von Mirepont iſt die Tochter meines Oheims.

Serpentine. Ah, geh', ſie iſt die Jochter des Generals Montfort, das weiß ganz Paris. Mit troniſchem Ernſt) Ich weiß jedoch, welche Rückſichten man den Familien ſchuldig iſt. Ich werde deshalb die Herzogin nicht als Tochter Deiner Tante, noch viel weniger als Tochter Deines unglücklichen Onkels, ſon⸗ dern blos als Geliebte des kleinen Sainval, d. h. als meine Nebenbuhlerin anſehen.

Beaudricvurt. Jetzt iſt ſie im Zuge. Gei Seite.) Gif⸗ tige Schlange.

Sainte⸗Luce. Wie ſo, Deine Nebenbuhlerin, Serpen⸗ tine? Iſt von mir, der ich Dich liebe, dabei die Rede gar nicht?

Serpentine. Du biſt der Nebenbuhler — Deines Neben⸗ buhlers, nichts weiter.

Beaudricvurt. Ich muß geſtehen, daß wir, um nicht

mehr zu ſagen, ſehr nachſichtig ſind, wenn wir die vornehmen

Damen ſo verleumden laſſen.

Serpentine. Nachſichtig! Verleumden! das iſt ja aller⸗ liebſt. Wer erzählt uns denn alle Spöttereien, Ausfälle und Witzeleien über die vornehmen Damen, als Sie? Durch wen kennen wir dieſe Damen? Durch Sie. Wie hätte ich z. B., Beaudricourt, wiſſen können, daß Dir die Baronin von Clair⸗ ville Rendezvous giebt, wenn Du es mir nicht erzählt hätteſt?

Beaudricourt uchend, aber an ſic halten). Ah, ich machte Dir etwas weiß — es iſt nicht wahr. —

Serpentine. Es iſt ſo wahr, daß Du Dich erboteſt, 2

mir eine Nachtmütze von ihr zu leihen, und mich aufforderteſt, mir ähnliche darnach machen zu laffen, weil ſie einen zu hüb⸗