Ann⸗Jann war allen Bewegungen ihres Mannes mit beſorgtem, unruhigem Blicke gefolgt. Sie errieth den Gedan⸗ ken, den er gehabt hatte:
— „Les⸗en⸗Goch, Du wollteſt zu dem Fiſcher Legal gehen, um — Mor⸗Nader aufzuſuchen. Thue es nicht, ich bitte Dich. Hat er etwas gegen unſern Herrn verſucht, ſo wird ihn Gott ſtrafen.“
Der Bretagner ſchien ſich nicht darüber zu wundern, daß ſeine Frau ihn durchſchaut hatte; er antwortete:
„Bisweilen iſt der Menſch das Werkzeug des Herrn.“
— „Les⸗en⸗Goch!“ rief Ann⸗Jann entſetzt; „Du wirſt Mor⸗Nader nicht tödten, wie ſchuldbeladen er auch ſein mag, nein!“
„Ich weiß es nicht,“ antwortete der Mann.
Ann⸗Jann horchte ſodann an der Thüre Ewen's, um ſich zu überzeugen, ob er ſchlafe; ſie hörtg kein Geräuſch. Als ſie wieder in die Küche hinunterkam, träf ſie ihren Mann im Ge⸗ bete und ſie betete mit ihm.
Bald darauf herrſchte die tiefſte Stille in dem Herrenhauſe von Treff⸗Hartlog.
Ewen von Ker⸗Elliv.
Wir unterbrechen einen Augenblick die Erzählung der Er⸗ eigniſſe, um eine ausführliche Schilderung des ſeltſamen Cha⸗ rakters des jungen Herrn von Treff⸗Hartlog zu geben. Später
werden wir auch erklären, wie er auf faſt wunderbare Weiſe den
Gefahren entriſſen wurde, in die ihn der wilde Wahnſinn Mot⸗ Nader's geſtürzt hatte. 4 Ewen, der einzige Sohn des Barons von Ker⸗Ellio, hatte ſeine Mutter verloren, als er noch in der Wiege lag. Ann⸗ Jann, die unſern Helden aufzuziehen hatte, löſete dieſe Aufgabe mit eben ſo großer Aufopferung, als Zärtlichkeit. Als es ſich um die weitere Erziehung Ewens handelte, berief der
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