Teil eines Werkes 
1. Band, Therese Dunoyer : 1. Band (1845) Thérèse Dunoyer
Entstehung
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Gott! nein, aber er iſt ſo traurig! Was kann ihn wohl ſo traurig machen, Les⸗en⸗Goch?

Der alte Bretagner antwortete nicht und zog nur raſcher den Rauch aus ſeiner Pfeife.

Du antworteſt nicht, Les⸗en⸗Goch? Ich ſehe es wohl, es iſt auch Dir aufgefallen. Aber, Herr Jeſus, welches Wetter, welches Wetter! Hörſt Du das Meer? wie es brüllt! ſetzte Ann⸗Jann hinzu, indem ſie ein großes Scheit auf das Feuer: warf.Mein Mab⸗mer⸗brin iſt ſchon ſeit dem Morgen fort und der Regen hat nicht aufgehört. Er finde wenigſtens Feuer, damit er ſich trocknen kann, wann er zurückkommt.

Der Pen⸗kan⸗guer iſt abgehärtet; wann er auf der Erde ſchlief im Walde, wachte er nicht immer bei den erſten Schüſſen der Soldaten auf, die uns verfolgten wie eine Heerde Wolfe in dem Gebirge von Arrez. Damals war er nicht traurig.

Willſt Du denn immer von jener Zeit reden, Les⸗en⸗ Goch? fiel Ann⸗Jann im Tone des Vorwurfs ein.Iſt unſer Ewen in jenem Kriege nicht verwundet worden? Wurdeſt Du es nicht auch und wie er zum Tode verurtheilt, aber mit ihm vor zwei Jahren begnadigt? In den funfzehn Monaten, welche die Chouanerie dauerte, ſetzte ich mich jeden Tag, nach⸗ dem ich in der Kirche von St. Michel zu Gott und unſern bre⸗ tagniſchen Heiligen gebetet hatte, hieher, verhüllte mir das Ge⸗ ſicht mit meiner Schürze, und weinte über meinen Mab⸗mar⸗brin und über Dich, Les⸗en⸗Goch.

Damals war der Pen⸗kan⸗guer glücklicher, als jetzt; er hatte keinen andern Schutz und Schirm als die Wälder, er mußte ſich jeden Tag ſchlagen und ging immer heiter zuerſt gegen den Feind.

Warum nennſt Du doch immer Ewen den Pen⸗kan⸗guer,

da doch, Gott ſei Dank! der Krieg vorüber iſt? ſprach Ann⸗ Jann, indem ſie eine kupferne Lampe anzündete.

Der Bretagner zeigte auf ein langes Gewehr von ſchwerem Kaliber, das über dem Heerdmantel hing, und ſagte:

Mag es Krieg oder Frieden ſein, das Gewehr da wird immer ein Gewehr heißen.

Hatte der Regen bis jetzt an das Fenſter geſchlagen, war der Wind heftig geweſen, ſo brach nun der Sturm los. Das