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Geheimniß wie das der Beichte Ich habe Sie errathen und ich ſpreche nur mit Ihnen allein, mein Sohn.“ „Nun?““ — „Es nagt ein geheimer Kummer an Ihnen; er bringt Sie um — Sie ſehen aus wie ein Geſpenſt — Sie ſind der
unglücklichſte Menſch.“
„Der Tod unſers Kindes hat mich tief geſchmerzt. Iſt das nicht natürlich?“
— „Darauf kann ich Ihnen keine Antwort geben —“
„Warum nicht?“
— „Zwingen Sie mich nicht, darauf zu antworten.“
„Was wollen Sie damit ſagen?
„Nicht der Tod Ihres Kindes verurſacht Ihnen dieſen unheilbaren Gram.“
„Ich habe Ihnen vor zwei Jahren, bei meiner erſten Reiſe nach Paris, geſtanden, daß ich Fräulein Dunoyer verführt und ſie dann verlaſſen hatte; aus Reue machte ich im vorigen Jahre, um dieſelbe Zeit, mein Vergehen wieder gut, indem ich Thereſen und unſerm Kinde meinen Namen gab.“
Man ſieht, daß der Herr von Ker-Ellio die Geburt der Tochter Thereſens auf dieſe Weiſe erklärt hatte.
— „Das haben Sie mir freilich geſagt, Ewen; Sie woll⸗ ten ſo den heftigen Schmerz rechtfertigen, in dem Sie hier ſo lange verſunken waren, ihn der Reue über einen Fehltritt zu⸗ ſchreiben! Edelſinniger Lügner! — es war eine Unwahrheit.“
„Abbé!“
— „Es war eine Unwahrheit; Sie verheimlichten eine gute und ſchöne That wie ein Verbrechen.“
„Noch einmal —“
— „Noch einmal, Ewen, Sie haben einem unglücklichen Mädchen, das ein Unmenſch entehrt hatte, die Ehre und das Leben wiedergegeben. Sie wundern ſich, daß ich hier in unſerer Einöde dieſes Geheimniß entdeckt habe?“
„Es iſt wirklich ſeltſam,“ ſprach Ewen, höchſt überraſcht. — ch ahnte Ihre Lüge. Erſtens ſind Sie nicht der Mann, der eine Schändlichkeit begeht, und dann, wer hinderte Sie, Thereſen die Ehre wiederzugeben, wenn die Reue darüber,
das junge Mädchen betrogen zu haben, Ihre Verzweiflung ver⸗
urſachte? Warum kamen Sie erſt auf dieſen Gedanken, nachdem


