Teil eines Werkes 
2. Band, Therese Dunoyer : 2. Band (1845) Thérèse Dunoyer
Entstehung
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es eine Sünde iſt, ſo gebe ich Dir Abſolution; ſei Du nur ganz ruhig. Wo iſt Ewen? Ich muß ſogleich mit ihm reden.“ „Ich glaube, der Pen⸗kan⸗guer iſt mit — der blaſſen Frau in dem großen Saale,“ antwortete der Bretagner, der es nicht über ſich gewinnen konnte, Thereſen ſeine Gebieterin zu nennen. Der Rector zog die Augenbrauen zuſammen; eine Wolke ſtrich über ſeine Stirn und er antwortete dem alten Les⸗en⸗Goch: — „Schadet nichts; führe mich zu dem Pen⸗kan⸗guer.“ Der Bretagner ſtand auf und ſchritt vor dem Rector her die große ſteinerne Treppe hinauf, die zu den obern Stockwerken des Schloſſes führte.

X. Die Unterredung.

Cwen befand ſich, als der Abbé von Kerouellan eintrat, allein in einem großen Saale, deſſen Fenſter auf das Meer gingen.

Der Abend, der noch ruhig war, drohete, wie es Mor⸗ Nader angekündiget hatte, ſtürmiſch zu werden. Die Sonne ging hinter großen ſchwarzen Wolken unter; das Meer warſtill, aber das Waſſer nahm eine immer dunklere Farbe an; es ging kein Wind und doch zogen die Wolken von Weſten her heran, langſam, aber furchtbar. 5

Cwen hörte den Abbé nicht eintreten.

Er hatte beide Elnbogen auf den Tiſch geſtützt; ſein Kinn ruhete in der hohlen Fläche ſeiner Hände; ſeine Augen waren roth von Wachen und Thränen und er ſah unbeweglich nach dem Himmel und dem Meere.

Fwen war nur noch ein Schatten ſeiner ſelbſt; ſeine hohlen Wangen, ſeine eingeſunkenen Augen, ſeine Bläſſe, ſeine verän⸗ derten Züge verriethen einen tiefen Kummer.

Der Rector betrachtete eine Zeit lang ſeinen ehemaligen Zögling, dann trat er näher zu ihm und ſagte: 4