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in einem anfangs reinen und keuſchen Gefühle finden kann, während ein Mann, der liebt, nichts auf das Spiel ſetzt als das Glück, die Ehre und die Ruhe derer, die er verführen will. Und Sie wollen Ihr Kind allen Stürmen des Lebens ausſetzen, wenn ein redlicher Mann ihm und Ihnen einen ſichern und fried⸗ lichen Zufluchtsort bietet?“
Thereſe konnte auf dieſe Einwürfe ſchwerlich antworten.
Die ritterliche Redlichkeit Ewen's ſtrahlte aus allen ſeinen Worten und gab Thereſen eine ſichere Bürgſchaft; ſie zögerte (mit Recht) nicht länger an der Aufrichtigkeit der Verſprechungen und der Anerbietungen des Herrn von Ker⸗Ellio. Wenn er zu ihr ſagte: „ſei meine Schweſter“, ſo war er entſchloſſen, ihr ein Bruder zu ſein, und ſie nie fühlen zu laſſen, daß er den Mangel eines leidenſchaftlichen Gefühls bedaure.
Dennoch zögerte ſie aus Zartgefühl in die Verheirathung zu willigen. Es war ihr, als begehe ſie eine Schlechtigkeit, wenn ſie einen Antrag annähme, der ihr die größten Vortheile bringen mußte.
Vergebens bewies ihr Cwen, daß er ohne ſie tauſendmal unglücklicher ſein würde, während er ſich für den glücklichſten Menſchen hielte, wenn er ihr ſein Leben widmen könnte. Er that noch mehr; er ſchlug ihr vor, ihrer Tochter eine unab⸗ hängige Eriſtenz zu ſichern und ihr, Thereſen, eine Summe zu leihen, von der ſie leben könnte; aber Thereſe würde ſie nicht haben zurückzahlen können und ſchlug deshalb auch dies aus.
Nach den dringendſten und hartnäckigſten Bitten gab The⸗ reſe endlich doch nach.
Der Herr von Ker-Ellio ſah ſie nun für ſeine Frau an und nahm ſie mit ſich in ein Hotel garni.
Nachdem den nöthigen Formalitäten Gnüge geleiſtet war, heirathete er ſie, erkannte ihr Kind an und reiſte hoffnungsvoll mit ſeiner Frau und ſeinem Kinde nach Treff⸗Hartlog ab.


