——
Man begreift das Wunder.
Thereſe war durch das Bibliothekzimmer in den Salon ge⸗ treten; auf dem dicken Teppiche hatte Ewen ihre Tritte nicht hören tönnen; bei dem Anblicke eines Fremden war ſie einen Augenblick in dem Schatten der Thüre ſtehen geblieben und das Bild des jungen Mädchens erſchien ſo im Spiegel.
Ewen erbleichte und einen Augenblick hörte ſein Herz auf zu ſchlagen; er glaubte von einer Geſichtstäuſchung umgauckelt zu werden, und er hielt den Athem an, während er die Blicke brennend auf die Erſcheinung richtete.
Bald wurde das Bild undeutlicher, es verſchwamm all⸗ mälig und verſchwand endlich ganz.
Auch dies iſt leicht zu erklären.
Thereſe hatte ſich aus Schüchternheit auf den Fußſpitzen zurückgezogen.
Ewen kam endlich auf den Gedanken, die Perſon, deren Geſicht er im Spiegel ſah, müſſe hinter ihm ſein, und er drehte ſich deshalb raſch um.
Thereſe war nicht mehr da.
Dieſer ſeltſame Vorfall, zuſammengehalten mit der nicht
——
minder räthſelhaften Eriſtenz des s Portraits in Treff⸗Hartlog,
würde ſelbſt auf einen Mann von minder romantiſchem
ter, als Ewen, einen tiefen Eindruck gemacht haben. Man denke ſich, was der junge Baron empfand!
Herr und Madame Dunoyer traten in den Saal und ent⸗ ſchuldigten ſich bei ihrem Gaſte, daß ſie ihn hätten warten Ewen, deſſen Züge ſichtbar verändert waren, antwortete ſo
ſtreut, und ſchien zu aufgeregt zu ſein, daß Herr Achille und Madame Heloiſe einander erſtaunt anſahen.
Es erſchienen zum Glück mehrere andere Perſonen und der Herr von Ker⸗Ellio konnte ſeine Verlegenhrit leichter ver⸗ bergen.
Auch Herr von Montal kam und bald nach ihm erſchien deren Schweſter und Miß Hubert.
Bei dem Anblicke Thereſens verdoppelte ſich das Staunen des Barons; in dem hellen Lichte war die Aehnlichkeit noch außerordentlicher; ſelbſt das kleine ſchwarze Zeichen benrhz .


