aus dieſer Schule Director einer großen Werkſtätte werden kann? So der General ſein, nicht von einer müßigen, glänzenden Paradetruppe, ſondern von einem Heere wackerer Handwerker, deren Fleiß den Reich⸗ thum des Landes bildet! ſagen Sie, iſt es nicht eine ſchöne Sendung, die Arbeit dieſer trefflichen Leute zu leiten, ſie zu erleuchten, zu verſittlichen, ſie zu lieben und ihr Loos ſo glücklich als möglich zu machen? Sagen Sie, Herr Fernand, iſt das nicht mehr werth, als ſeine Zeit im unfruchtbaren Müßiggang einer Garniſon zu verlieren?“ „Oh! gewiß, Madame! Nun, nachdem ſie ſo durch Sie erklärt worden, begreife ich, daß eine ſolche Laufbahn herrlich iſt, und ich begreife eben ſo gut,“ rief ich, „daß ich noch heute meine Großmutter bitten will, in die Schule der Künſte und Gewerbe zugleich mit Jean eintreten zu dürfen. Wenn mir dies nur dazu dienen würde, daß ich mich nicht von ihm zu trennen hätte,“ fügte ich bei, indem ich meinem Freunde die Hand reichte, es wäre ſchon ein vortrefflicher Gedanke, nicht wahr, Madame? „Oh! Herr Fernand,“ ſprach Madame Rahmond gerührt von der Aufrichtigkeit meiner Zuneigung für ihren Sohn,„Jean hatte Sie richtig beurtheilt... Sie ſind ein gutes und würdiges Herz... Ihr ein⸗ ziger Fehler. und daran müſſen Sie denken, Herr Fernand,“ fügte Madame Raymond mit einem Ausdrucke rührender Sorgſamkeit bei,„Ihr einziger Fehler iſt, wie ich glaube, daß Sie zu leicht allen Hinreißungen nachgeben. Das iſt vortreffiich, wenn dieſe Hinreißungen edel ſind, aber wenn ſie ſchlecht find, ſo iſt es eine Gefahr.“ „Ach! ja, Madame...5 3 „Wenn ich Ihnen ſo Moral mache, Herr Fernand,“ ſagte Madame Rahmond mit einem unendlichen Zauber lächelnd,“ ſo geſchieht es, weil Sie der Freund
Teil eines Werkes
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 1.-4. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
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