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„Ohne Zweifel haſt Du nichts zu thun,“ ſagte mein Freund,„bleib alſo bei meiner Frau und leiſte ihr Geſellſchaft, zumal ich mit meinem Notar ein ganz verwünſchtes Geſchäft habe, das ſich nicht verſchieben läßt.“
„Adieu, Jenny!“ ſagte er zu ſeiner Frau, indem er ihr die Hand küßte. Dann zu mir ſich wendend, fügte er hinzu: „Vergiß nicht, daß ich Dich morgen um zwei Uhr abholen will, um 3 Hötel in der Rue de Londres zu beſehen.“
r ging.
Als das Rollen des Wagens mich von ſeiner völligen Entfernung überzeugt hatte, verließ ich meinen Stuhl, und ſetzte mich auf die Cauſeuſe neben Jenny.
„Sehen Sie, was ich Ihnen opfere, Arthur!“ ſagte ſie mit einem Seufzer.
Dieſe Bemerkung war nach einer Vertrautheit von drei Monaten ſo auffallend, ſo wenig in Einklang mit dem, was geſagt und gethan worden war, daß ich, davon wirklich nichts verſtehend, ganz verwundert fragte:
„Wie— Jenny?— Welches Opfer?“
Sie antwortete mir nicht, nahm ihr Riechbüchschen von dem kleinen Tiſchchen, das neben ihr ſtand, wendete mir den Rüͤcken, und ſpielte mit dem Schmuckfläſchchen, indem ſie mür⸗ riſch und verletzt ausſah.
„Oho,“ ſagte ich, indem ich ihre hübſche Schulter küßte, „ich begreife.— Hören Sie, meine Theure;— wir haben uns verſprochen, offen gegen einander zu ſein, ich will Ihnen daher ſagen, was Sie verdrießt.— Sie haben von Opfer geſprochen, weil Sie vielleicht dieſen Morgen den Roman irgend einer un⸗ glücklichen Leidenſchaft geleſen haben, oder weil der phantaſti⸗ ſche Lauf Ihrer Ideen Sie antreibt, dieſen Abend von Fehler und Reue zu ſprechen. Auf Ehre, ich hätte Ihnen dieſe Zer⸗ ſtreuung nicht verſagt, wäre ich darauf vorbereitet worden, hätten Sie den Gegenſtand natürlicher herbeigeführt. Aber das kam in der That in dem Augenblicke, wo der gute Octav Sie verließ, um mit ſeinem Notar zu conferiren, ſo unpaſſend, daß ich einen Augenblick des Staunens nicht unterdrücken konnte.— Dieſe Ueberraſchung hindert Sie nun, von Ihrer heutigen Stim⸗ mung Gebrauch zu machen, und deshalb zürnen Sie mir.— Iſt es das?“
Jenny lächelte beinahe.


