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unter Segel zu gehen. Ich komme hinauf. Hat der Wind nachgelaſſen?“
„Nein, Capitain, im Gegentheil er iſt noch friſcher ge⸗ worden.“
„Geh, eile.“
Der Ton Kernok's war nicht mehr hart und gebieteriſch, ſondern nur kurz. Als Zeli ſah, daß bei ſeinem Capitain die Ruhe auf den Sturm gefolgt war, konnte er ſich nicht enthalten, ein Aber auszuſprechen.
„Willſt Du wieder mit Deinem Aber und Wenn kommen? Hüte Dich, oder ich ſchlage Dir mein Sprachrohr auf dem Kopfe entzwei,“ rief Kernok mit Donnerſtimme, indem er auf Meiſter Zeli zutrat.
Dieſer entfernte ſich ſchnell, indem er wohl ſah, daß ſein Capitain noch nicht in ſo ruhiger Stimmung ſei, ſeine ewigen Widerſprüche ertragen zu können.
„Beruhige Dich, Kernok,“ ſagte Mélie ſchüchtern.„Wie befindeſt Du Dich jetzt?“
„Ei, gut, ſehr gut. Wetter, die zwei Stunden Schlaf haben genügt, mich zu beruhigen und die verrückten Gedanken zu vertreiben, welche die verfluchte Here in meinem Kopfe her⸗ vorgerufen hatte. Der Wind erhebt ſich und wir verlaſſen den Hafen. Was ſollen wir auch noch länger hier, weil es noch Dreimaſter in dem Canale giebt, Galionen im Golf von Gascogne und reiche portugieſiſche Fahrzeuge in der Meerenge von Gibraltar?“
„Wie, Du wollteſt heute, an einem Freitage, unter Segel ehen?“ „Höre wohl auf das, was ich Dir ſagen will, Geliebte. Ich hätte Dich züchtigen ſollen, daß Du mich durch Deine Bitten beſtimmteſt, auf die Träumereien einer Verrückten zu hören. Ich habe Dir's verziehen, aber zerreiß mir die Ohren nicht weiter mit Deinem Geſchwätz, oder—“
„Sind denn ihre Weiſſagungen finſterer Art?“
„Ihre Weiſſagungen? Darum kümmere ich mich nicht ſo viel. Was ich ihr prophezeien kann, der alten Nachteule, und Du ſollſt ſehen, daß ich mich auf Prophezeiungen verſtehe, iſt, daß ich bei meiner erſten Landung in Pempoul ihr mit einem Dutzend Gabiers(Elitenmatroſen) einen Beſuch abſtatten werde, an den ſie denken ſoll. Der Blitz ſoll mich zerſchmettern, wenn


