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ſäumen!“ wiederholte er mit herzzerreißendem Tone, und ſah nach einer an den Wandtauen befeſtigten Windfeder, welche durch ihre Richtung einen ſtarken Nordweſtwind verkündete; er muß eben ſo verrückt ſein, als Der, welcher den Finger zwiſchen das Kabel und den Globen legen wollte.“
Der Schiffsjunge wurde ungeduldig über die Länge dieſes Monologes, und hatte ſchon zweimal verſucht, den Schiffsmei⸗ ſter zu unterbrechen, aber der wüthende Blick und die unge⸗ meine Regſamkeit des Primchens hielten ihn davon ab; doch Pich wagte er es, den Meiſter bei dem Zipfel ſeines Rockes zu ziehen.
„Meiſer Zeli,“ ſagte er,„das Frühſtück wartet Euer.“
„Du biſt es, Du, Grain⸗de⸗Sel? Was machſt Du? Fi! Lump, Dummkopf, Kellerratte, willſt Du, daß ich Dir das Leder gerben laſſen ſoll, daß ich Dir das Leder ſo roth machen laſſe, wie ein rother Roſtbeef? Wirſt Du antworten, Unglücks⸗ junge?“
Dieſem Schwall ſetzte der Schiffsjunge nur eine ſtoiſche Ruhe entgegen, denn er war ein ſolches Benehmen des Mei⸗ ſters gewohnt.
Im Vorbeigehen ſei es geſagt: wenn ich an die Seelen⸗ wanderung glaubte, ſo würde ich lieber in dem Körper eines Fiaker⸗Pferdes, in dem Körper eines Supernumerars, eines Eſels von Montmoreney, als nur eine Secunde in der Haut eines Schiffsjungen leben.
Wie erwähnt, ſprach der Schiffsjunge kein Wort; doch als Meiſter Zeli innehielt, um Athem zu ſchöpfen, wagte Grain⸗de⸗Sel, mit einem noch demüthigern Weſen, als ge⸗ wöhnlich, zu ſtammeln:„Euer Frühſtück war—“
„Ha, das Frühſtück!“ ſchrie der Schiffsmeiſter, entzückt, daß er ſeine Wuth an Jemand auslaſſen konnte;„das Früh⸗ ſtück! Du, Du Hund!“
Dieſe Worte begleitete er mit einer Maulſchelle und einem Fußtritte, daß der Schiffsjunge, welcher nahe an der Treppe zum Zwiſchendecke ſtand, wie durch Zauberkraft verſchwand, und in dem untern Raume anlangte, indem er mit Schnellig⸗ keit die Leiter hinabfiel.
Wiährend der Schiffsjunge aufſtand und ſich die Seiten rieb, ſagte er:„Ich wußte es ja, ich hatte es an ſeinem Prim⸗ chen geſehen!“—


