doch ein ſehr mildes Lächeln, ſchöne Augen, eine ſchöne Hand und kräftigen Wuchs; ſein Schnurrbart war ungeheuer lang.
Im Winter ſtanden in dem Zimmer, in dem er ſich auf⸗ hielt, wenigſtens vier große Mangals(Kohlenpfannen) und zuweilen die doppelte Anzahl, je nach der Größe des Zimmers. Dieſe Pfannen enthielten Kohlenberge und verbreiteten eine ſehr läſtige Wärme; deſſen ungeachtet war er noch in zwei Pelze gehüllt, von denen der oberſte ſehr weit war und ſeinen ganzen Körper einſchloß.
Obgleich Ali für gottlos galt, für einen Ungläubigen, und ſelbſt nach der Meinung Einiger für einen Atheiſten, könnte ich doch mehrere merkwürdige Anekdoten von ihm erzählen, welche klar beweiſen, daß er an die mahomedaniſche Religion glaubte, und wenn er ſie nicht beobachtete, dies nur deshalb geſchah, weil ſein Stolz ihn zu dem Glauben verleitete, er ſei ein von Gott bevorrechtetes Weſen, von Allem befreit, was
ihm Zwang auflegen könnte, ſobald er nur die Derwiſche hörte.
Die Muſelmänner liebte er nicht, und zwar wegen ihrer un⸗ wandelbaren Anhänglichkeit an den Sultan, die ihn bei ſeinen Plänen und Abſichten ſtörte. Von den Griechen glaubte er ſich geliebt, weil er ihnen viel Freiheit ließ, aber er kannte ihren intriguanten Charakter, ihre Neigung zur Liſt und Falſch⸗ heit, ſo wie ihre Habgier, und deshalb verachtete er ſie. Das habe ich aus ſeinem eigenen Munde. Den Europäern miß⸗ traute er in Folge ſeines argwöhniſchen Charakters; er haßte ſie aus Neid und Eiferſucht, denn er fühlte wohl, daß er durch alle ſeine Prahlerei Menſchen nicht blenden könnte, die daran gewöhnt waren, in ihrem Vaterlande das in der Wirklichkeit zu ſehen, wovon er ihnen nur einen ſchwachen Schein zeigen konnte, wie zum Beiſpiel ſeine Truppen, ſeine Feſtungen, ſeine Paläſte, ſeine Arſenäle, ſeine Straßen, ſeine Wagen ꝛc. 7c.z er aber, der bewundert werden wollte, litt unendlich durch die Ge⸗ ringſchätzung, welche die Europäer, wie er wohl wußte, gegen ihn hegten. So war Ali Paſcha von Janina.


