Teil eines Werkes 
42. Band, Die Cucaracha : 2. Band (1844) La Cucaracha
Entstehung
Einzelbild herunterladen

128

ſeine Leibdiener, ſind nie in dieſem Zimmer geweſen, deſſen Name Allen eine Art von Furcht einflößte, weil man bemerkt hatte, daß, wenn er nur einen halben Tag im Kafaß. zuge⸗ bracht, ſeine tyranniſche Neigung ſich ſteigerte und daß dann ſtets ein verderblicher oder blutiger Erfolg die Folge deſſelben war. Erſt ſeit wenigen Minuten war ich bei der Thür ange⸗ langt, als man ſie von innen öffnete und Ali Paſcha heraus⸗ kam, zu Pferd, begleitet von einigen ſeiner Tcharkadgis(eine Art von Leibgarde, aus ehemaligen Straßenräubern zuſammen⸗ geſetzt. An einer andern Stelle werde ich eine ausführlichere Beſchreibung von dieſen Ungeheuern geben). Die Menge der Bittſteller wurde ſogleich mit gewaltigen Stockſchlägen ausein⸗ andergetrieben, der Derwiſch aber, der auch vor dem Kafaß ſtehen geblieben war, verſchont. Er trat mit der größten Kalt⸗ blütigkeit vor den Weſir und ſagte, daß er mit ihm ſprechen wolle; dieſer antwortete ihm, er habe jetzt keine Zeit, der Der⸗ wiſch ſolle dieſen Abend wiederkommen. Der Derwiſch beſtand darauf, ihn augenblicklich zu ſprechen. Um ſich ſeiner zu ent⸗ ledigen, fuhr Ali in die Taſche und zog eine Handvoll Ru⸗ biens(eine ſehr kleine Goldmünze, im Werth von ungefähr 14 Groſchen), die er ſtets bei ſich trug, heraus, um ſie dem Derwiſch zu geben. Er bot ſie dieſem, indem er ſagte: Nimm einſtweilen dies, bete zu Gott für mich und komm dieſen Abend wieder. Indem er ſo ſprach, ließ er ſein Pferd eine Bewegung machen, um weiter zu reiten, aber der Derwiſch wagte es, den Zügel nahe am Gebiß anzugreifen, hielt es zurück, indem er gebieteriſch verlangte, gleich gehört zu werden, und hinzufügte, daß er von einem Kiafir(Ungläubigen) nichts annehmen wolle. Erſchreckt ſagte Ali, der die Zurückweiſung ſeiner Geſchenke durch einen Derwiſch ſehr fürchtete, daß ich ihn erwarte, und daß wir wegen einer ſehr wichtigen Angelegenheit, die keine Verzögerung litte, an irgend einen Ort gehen müßten. Der Derwiſch ent⸗ gegnete, ich könnte warten oder gehen, wie es mir gut dünken würde, ihn aber anzuhören müßte Ali ſich durchaus entſchlie⸗ ßen. Der Weſir wendete ſich hierauf zu mir und ſagte: Wir müſſen uns gedulden, Ibrahim Effendi, es wird nicht lange dauern. Es wird nicht lange dauern? unterbrach ihn der Derwiſch, was weißt Du davon, alter Sünder? Und nun begann er eine Strafrede, die in der That lange genug währte; dabei hielt er