Teil eines Werkes 
42. Band, Die Cucaracha : 2. Band (1844) La Cucaracha
Entstehung
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Schüſſeln Ali Paſchas, die ſo getragen wurden, unterſchieden ſich durch nichts, als daß ſie von Wachen und einigen ſeiner vertrauteſten Diener begleitet wurden; aber 1818 kam der wilde und argwöhniſche Ali auf den Gedanken, Futterale von wei⸗ ßem Eiſenblech machen zu laſſen, in denen Schüſſeln und Teller ſtanden. Dieſe Etuis wurden mit zwei Schlöſſern verſehen, und jeder der vertrauten Leibdiener trug zu einem derſelben den Schlüſſel; über dieſes Futteral wurde dann noch eine ſcharlach⸗ rothe Decke geworfen und unter dem Ganzen mit Schnuren zugezogen. Die Schlöſſer wurden dann erſt an der offenſte⸗ henden Speiſethür aufgeſchloſſen, und er ſelbſt, welcher der Thür gegenüber ſaß, konnte Alles ſehen, was dabei vorging.

Aus Furcht, ungeachtet der Wachen, der Leibdiener, der Decken, der Futterale und Schlöſſer vergiftet zu werden, bezahlte der Tyrann einen ſeiner vertrauten Albaneſen, Namens Moukhtar, welcher keine andere Funktion hatte, als die, in Gegenwart des Weſirs einen Mundvoll von jeder Schüſſel zu koſten, die man auf die Tafel ſetzte; das war übrigens eine unnütze Vorſicht, weil es Gifte giebt, die erſt lange nachher wirken, nachdem ſie genoſſen ſind.

Man wußte nie, in welchem Zimmer der Tyrann die Nacht zubrachte, denn er hatte in ſeinem Palaſte mehrere Schlaf⸗ gemache, obgleich er bei ſeinen häufigen Blutfahrten ohne Schwierigkeit in den Bauernhütten übernachtete. Freilich war er dabei gut bewacht.

Er fürchtete ſich ſehr vor dem Donner, etwas Seltenes bei den Orientalen, und gleichwohl war er feſt überzeugt, daß er 150 Jahre alt werden ſollte. Was ihn aber am meiſten in Furcht ſetzte, war die Peſt; er fürchtete ſie mehr als ſogar die Europäer, und das will nicht wenig ſagen, denn ich muß, obgleich widerſtrebend, geſtehen, daß die Meiſten derſelben ihre † Furcht bis zum Lächerlichen treiben. Ich kenne jedoch Einige, die ſie ebenſowenig fürchten als ich. Um aber wieder auf Ali Paſcha zurückzukommen, ſo lieferte er ſich, wenn nur die gering⸗ ſten Spuren der Peſt in Janina ſich zeigten, ganz in die Hände der Italiener, und ſcheute die Annäherung der Muſelmänner und Juden, welche die Peſt nicht fürchten, und deshalb keine Vorſichtsmaßregeln gegen dieſelbe treffen. Er entfloh dann aus Janina und begab ſich gewöhnlich nach Preveſa. Ich war zweimal Zeuge von den Wirkungen ſeiner Furcht vor de