Teil eines Werkes 
42. Band, Die Cucaracha : 2. Band (1844) La Cucaracha
Entstehung
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nahm theilnehmend eine ſeiner Haͤnde in die ſeinige und ſagte mit einer Stimme, welche den Ton tiefer Traurigkeit trug, in⸗ dem er die thränengefüllten Augen gen Himmel richtete ¹):

„Folge mir, mein Sohn, und vergiß Dein Vorurtheil gegen mich; ich ſage Dir nicht mehr, daß Du mich lieben ſollſt, aber ich will Dich dazu zwingen, indem ich ein Syſtem befolge, das meinem bisherigen entgegengeſetzt iſt. Meine Laufbahn iſt er⸗ füllt und ich werde meine Arbeit beenden, indem ich zeige, daß, wenn ich furchtbar und ſtreng war, ich auch das Unglück und die Menſchlichkeit zu achten weiß.“

Starr vor Staunen über dieſe ſo neue Sprache in dem Munde Ali's, verrieth das Geſicht des Geſandten dieſen Zwei⸗ fel, als der Satrap mit ſchmerzlicher Niedergeſchlagenheit und wie von tiefer Reue ergriffen fortfuhr:„Ach, mein Sohn, die Vergangenheit ſteht nicht mehr in meiner Gewalt; ich habe ſo viel Blut vergoſſen, daß der Strom deſſelben mir folgt, und ich wage es nicht, hinter mich zu blicken.“

Bei dieſem Geſtändniſſe, welches den Conſul an alle Miſ⸗ ſethaten Ali's erinnerte, wollte er in einer Bewegung unwill⸗ kürlichen Abſcheus ſeine Hand aus den Händen des Paſchas ziehen; dieſer ſah ihn aber mit einem ſo ſchmerzlich verzweifelten Ausdrucke an, daß der Franzoſe den Weſir nicht zurückſtieß.

„Ja, glaube mir, mein Sohn,“ fuhr Ali mit einer vor Rührung zitternden Stimme fort,„ich habe mir Reichthum ge⸗ wünſcht, und ich bin mit ſeinen Gütern überſchüttet; ich ſehnte mich nach Serails, nach einem Hofe, nach Prunk, nach Macht, und ich habe Alles erlangt; wenn ich das Haus meines Vaters mit dieſem Palaſt vergleiche, der mit Gold, mit Waffen, mit koſtbaren Teppichen geſchmückt iſt, ſollte ich auf dem Gipfel des Glückes ſein; meine Größe blendet den gemeinen Haufen. Alle dieſe Albaneſen, die mir zu Füßen liegen, beneiden den glückli⸗ chen Ali von Debelen, aber wenn man wüßte, was dieſer Pomp koſtet, ſo würde ich Mitleid einflößen!— Ich habe Alles mei⸗ nem Ehrgeize geopfert; ich bin nur von Denen umringt, deren Familien ich ermordet habe.— Aber entfernen wir dieſe trau⸗ rigen Erinnerungen: meine Feinde ſind in meiner Gewalt und ich denke ſie durch meine Wohlthaten zu unterjochen. Ich will, daß Kardiki die Blume Albaniens werde und nehme mir vor,

Auch bieſes Geſpräch führt Herr Pouqueville wörtlich an. Die Curgracha. II. 8