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kleidet wollte ſie nur noch auf der Aſche ihres verheerten Se⸗ rails ſchlafen.
Während dieſes entſetzlichen Parorysmus des Schmerzes erfuhr ſie die Einnahme von Kardiki. Sie ſchrieb ſogleich an Ali:„Ich nenne Dich nicht mehr Weſir, nicht mehr Bruder, wenn Du nicht den Schwur hältſt, den Du auf dem lebloſen Körper unſerer Mutter geleiſtet haſt. Wenn Du der Sohn Khamco's biſt, mußt Du Kardiki zerſtören, ſeine Einwohner vernichten, und ihre Weiber und Töchter in meine Hände über⸗ liefern, damit ich nach meiner Laune über ſie verfüge. Sie alle ſollen ſterben und ich will künftig nur auf Matratzen ſchlafen, die von ihrem Haar geſtopft ſind. Als unum⸗ ſchränkter Herr der Kardikioten vergiß die Beleidigung nicht, die wir von ihnen in den Tagen unſerer demüthigenden Ge⸗ fangenſchaft erlitten“.
Am Tage nach dem Empfange dieſes Briefes, den 19. Februar 1812, machte Ali ſich auf den Weg. Er wollte, in⸗ dem er nach Kardiki ging, in Liboowo Halt machen, um Chai⸗ nitza zu ſehen. Herr Pouqueville, franzöſiſcher Conſul in Ja⸗ nina, hatte mit Ali zu ſprechen und begab ſich nach dem Pa⸗ laſte. Seit dem Morgen defilirten die Truppen, Bagagen kamen aus dem Serail, und die Pagen, mit allen Waffen aus⸗ gerüſtet, warteten nur noch auf den Befehl, das Pferd zu be⸗ teigen.
In die innern Gemächer des Palaſtes gelangt, ließ der Conſul von Frankreich ſich melden. Der Vorhang von Brocat, der die Thüre verhüllte, wurde zurückgezogen, er trat ein und
ſah Ali Paſcha in einer nachdenkenden Stellung. Seine Züge
waren von hoher Majeſtät und ſein weißer Bart fiel in reichen Wogen auf ſeine kräftige Bruſt herab; den Kopf des Paſchas bedeckte eine violetté mit Gold geſtickte Sammetkappe; er trug einen ſcharlachrothen Mantel und hatte Stiefel von carmoiſin⸗ rothem Sammet an. Auf ſeine Streitart geſtützt, gab er dem Conſul ein Zeichen, näher zu treten, desgleichen ſeinem eben verſammelten Divan, ſich zu entfernen.
Nach der Etiquette nahm der Conſul zu ſeiner Rechten Platz; Ali ſchien jetzt aus einem Traume zu erwachen, heftete von Zeit zu Zeit einen Blick auf den franzöſiſchen Abgeordneten
¹) Dieſen Brief führt Pyuqueville wörtlich an.


