Teil eines Werkes 
42. Band, Die Cucaracha : 2. Band (1844) La Cucaracha
Entstehung
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IX. Die Rache.

Das Jahr 1812 begann.

Seit vierundzwanzig Jahren war Khamco todt, und gleich⸗ wohl ſtand Kardiki mit ſeinen Moſcheen von Marmor, mit ſei⸗ nen glänzenden Minarets und ſeinen Mauern von Granit und ſeinen Thürmen von den Schießſcharten. Zweiundſiebenzig Beys, Großvaſallen des ottomaniſchen Kaiſerreiches, hielten dort Garniſon und der Neffe des Sultans, ſein Lieblings⸗Neffe, commandirte ſie.

Seit vierundzwanzig Jahren war Khamco todt; aber ſeit vierundzwanzig Jahren hatte auch Ali von Debelen täglich einen Schritt gegen Kardiki gethan. Die Gefahr nicht ken⸗ nend, die ſie bedrohte, hatten die Kardikioten von der Höhe ihrer Citadelle aus täglich die Herrſchaft des Weſirs ſich aus⸗

vreiten und ihr Gebiet umringen ſehen, wie das Meer, das

zürnend wächſt, allmälig mit ſeinem verderblichen Gürtel den Fels enger einſchließt, den es bedeckt. Weshalb aber ſo zögern in der Stunde der Rache? Weil Kardiki die Hauptſtadt des Paſchaliks, des Favoritneffen des Sultans war; weil an dem Tage, an welchem Ali von Debe⸗ len es gewagt hätte, dieſen Platz anzugreifen, der Divan das Verderben des Satrapen beſchloſſen haben würde; weil ſich Kardiki's bemächtigen, des einzigen Zufluchtsortes, des einzigen Ortes der kaiſerlichen Macht, wo der Weſir von Janina bei⸗ nahe ſchon als König herrſchte, für Ali eben ſo viel hieß, als

ſich unabhängig und in Kriegszuſtand gegen ſeinen Herrn zu

erklären; er wäre als widerſpenſtiger Großvaſall in den Bann gethan worden. Um daher Kardiki ſicher zu umzingeln, wußte Ali von

Debelen vierundzwanzig Jahre lang ſeine Pläne zu verbergen.

Seine ganze Politik ſtrebte dahin, allmälig dieſes Paſchalik von ſeinen Umgebungen zu trennen, und es durch die Erwer⸗ bung oder Anſichreißung der angrenzenden Diſtrikte zu um⸗ zingeln, um ſich vollkommen zum Herrn ſeiner Beute zu ma⸗ chen. Aber indem er ſich ſo aller Beyliks von Epirus bemäch⸗ tigte, und ihre Paſchas zwang, an ſeinen ſouverainen Hof nach