Teil eines Werkes 
41. Band, Die Cucaracha : 1. Band (1844) La Cucaracha
Entstehung
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Wollen Sie die Güte haben, mir dieſe Thüre zu öffnen,

mein Herr? Keineswegs, Liſettchen; oder, ja, aber nur unter

einer Bedingung, mein Kätzchen, unter einer Bedingung:

daß Du Deinem dicken Kerkermeiſter ein Küßchen giebſt, Deinem Dodophe, wie Dumont ſagt.

Ich ſage Ihnen, daß ich Athem ſchöpfen mußz ich erſticke hier; ich möchte in das Gewächshaus gehen. Oeffnen Sie mir; noch ein Mal ſage ich Ihnen; ich leide ſehr!

In dieſem Augenblicke rief der Haushofmeiſter, der verge⸗ bens den Schlüſſel geſucht hatte, durch das Schlüſſelloch:

Gnädige Frau, es iſt angerichtet.

O Himmel, mein Herr, und Ihre Leute finden mich mit Ihnen eingeſchloſſen! rief Cecilie, vor Unwillen dunkel erröthend.

Nun, und was iſt das weiter? Kann ein Ehe⸗ mann nicht etwa

Ein Blick voll Stolz, Würde und niederſchmetternder Ge⸗ ringſchätzung verblüffte Herrn von Noirville ſo ſehr, daß er irgend eine rohe Aeußerung, die ihm wahrſcheinlich ſchon auf den Lippen ſchwebte, unterdrückte.

Er öffnete die Thür, reichte ſeiner Gattin den Arm und führte ſie in das Speiſezimmer.

Herr und Frau von Noirville ſetzten ſich zu Tiſche.

Es war ein Freitag, und Cecilie, die wahrhaft fromm war, befolgte die Vorſchriften der Kirche genau.

Herr von Noirville ſetzte ſeinen Stolz als Freigeiſt darin, ſeine Frau wegen der religiöſen Skrupel zu necken, die ſie ab⸗ hielten, ſeinem Beiſpiele zu folgen und am Freitag weder Fiſch noch Gemüſe zu eſſen, obgleich er beides eigentlich ſehr liebte, ſondern ſich ſtatt deſſen lieber mit Fleiſch vollzuſtopfen: um die Jeſuiten zu demüthigen, wie er ſagte.

Cecilie, die wie ein Vogel, nahm einige Löffel von einer Suppe, die für ſie beſonders aufgetragen war, und ver⸗ ſank dann wieder in ihre Träumereien.

Dieſen wurde ſie durch ein lautes Gelächter des Herrn von Noirville entriſſen, der dabei rief:

Rathe, was Du gegeſſen haſt?

Ich verſtehe Sie nicht! ſagte Cecilie.

Ha, ha, ſagte Noirville unter neuem, noch lauterem