Teil eines Werkes 
41. Band, Die Cucaracha : 1. Band (1844) La Cucaracha
Entstehung
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mend, geiſtreich und, trotz ſeinen funfzig Jahren, noch ziemlich graziös war, ſo mußte er einer jungen Frau, deren Herz noch

ſchlummerte, wohl angenehm erſcheinen. Dann hatte er auch für die prachtvollſte Einrichtung geſorgt und ſeine und ſeiner Frau Verwandtſchaften und Bekanntſchaften machten es ihnen möglich, ihren Umgang in den feinſten, höchſten Kreiſen zu ſu⸗ chen. Sie beſaßen ferner eine faſt königliche Beſitzung vierzig Stunden von Paris, ein ungeheueres, ſicheres Vermögen und ließen einander gegenſeitig vollkommene Freiheit. Was konn⸗ ten ſie ſonſt noch wünſchen?

Allerdings wurde das Glück des Marauis von Cerigny durch ſein Verhältniß zu der Frau von Luſſan vervollſtändiget, während Hortenſe, die ihre Lage recht wohl erkannte, unent⸗ ſchieden zwiſchen den tauſend Huldigungen ſchwankte, die man ihr darbrachte; aber der Zufall oder vielmehr der Abſchied, den Georg von Verneuil als Geſandtſchaftsſecretair nahm, brachte dieſen jungen Mann nach Paris. Er wurde, als entfernter Verwandter des Marquis, von dieſem ſehr freundlich aufgenom⸗ men, beſuchte das Haus deſſelben ſehr fleißig und beſchäftigte ſich bald ausſchließlich mit Hortenſen.

Georg von Verneuil war dreißig Jahre alt, ſehr gebildet, ſehr reich und aͤußerſt liebenswürdig. Ehe er nach Petersburg abreiſete, gehörte er zu den beliebteſten und gefeierteſten glück⸗ lichſten jungen Männern, und die Frau von P., die in der gan⸗ zen Stadt wegen ihres Geiſtes und ihrer Grazie berühmt war, hatte ihn bereits in ſeinem zwanzigſten Jahre in die große Welt eingeführt.

Hortenſe entſchied ſich für Georg weniger wegen der vor⸗ trefflichen Eigenſchaften, die wir eben erwähnt haben, als we⸗ gen ſeiner Nachſicht und Duldſamkeit, die ſie entzückten, denn Georg ſprach mit ihr nie von jener tiefen, unwiderſtehli⸗ chen, wahnſinnigen Liebe, welche eine Frau von dem Cha⸗ rakter Hortenſe's immer erſchreckt; er drohete ihr auch nicht mit jenen ewigen Gefühlen, welche eine Frau ſtets bei dem bloßen Gedanken an die entſetzliche Bedingung der Ewigkeit zurück⸗ weiſen muß.

Nein, Georg ſprach mit ihr von der Liebe wie von einem angenehmen Zeitvertreibe, unter welchem die Ball⸗ ober Theater⸗ ſtunden ſchneller herankommen,— wie von einer anmuthigen ſchö⸗ nen Nichtigkeit zur Vervollſtändigung eines eleganten Lebens,—

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