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So faßte der häßliche, buckelige, gemeine Crao, weil er die feſte Ueberzeugung hatte, nie ſchön, gut gewachſen und ele⸗ gant erſcheinen zu können, alle ſeine Contraſte in einen gründlichen Fluch zuſammen, namentlich in den Stunden nach ſeiner ſeltſamen Erſcheinung in der Vorhalle des Palaſtes. Er hatte nie die Schrecken ſeiner Lage bitterer empfunden als jetzt. Der Graf von Luſſan hatte Crav aus Mitleiden erziehen aſſen.
Er war der Sohn eines ſeiner Piqueurs, der durch einen Unfall auf der Jagd das Leben verloren hatte. Da nun dieſes mißgeſtaltete und ſchwächlich geborne Kind zu keiner Dienſtlei⸗ ſtung verwendet werden konnte, ſo hatte der Graf von Luſſan dafür geſorgt, daß der Knabe mit der Zeit gewiſſermaßen ſein Secretair werde, indem er ihm eine leidliche Erziehung geben ließ. Gewöhnlich begab ſich Crao auf einer Seitentreppe in das Dachſtübchen hinauf, das er bewohnte; da aber der Ein⸗ gang zu dieſer Treppe durch die Zurüſtung zu dem Feſte ver⸗ deckt worden war, ſo hatte er ſich genöthiget geſehen, einen an⸗ dern Eingang in der Vorhalle des Palaſtes zu fuchen und hier war ihm das bekannte Abenteuer begegnet.
Er hatte den Herrn von Cerigny, deſſen Gemahlin und Georg ſchon oftmals in das Haus kommen ſehen und da die Dienſtboten von den Liebesabenteuern immer zuerſt unterrichtet ſind, ſo kannte auch Crao die Verhältniſſe recht wohl, welche alle dieſe glücklichen Perſonen eng aneinander feſſelten, wie er auf der andern Seite auch die gegenſeitige Duldſamkeit kannte, welche ein Zerreißen dieſer Verbindung ſo ſchwer machte.
Das oben erregte den Ingrimm Crao's; denn da Georg und Hortenſe in ſeinen Augen das Muſterbild der Schönheit und des Glückes waren, ſo hätte der boshafte Buckelige tau⸗ ſendmal ſein elenbes Leben hingegeben, wenn er dadurch jenes Glück hätte in Qual verwandeln können. Man wird ſich die Verlegenheit Crao's vorftellen können, wenn man das Nachſte⸗ hende lieſet.
Die Cucaracha. I. 2


