Teil eines Werkes 
41. Band, Die Cucaracha : 1. Band (1844) La Cucaracha
Entstehung
Einzelbild herunterladen

enſen Bewunderer um ſich ſehe. So ahneten nun diejenigen,

welche der ſchönen Hortenſe die größte Aufmerkſamkeit erzeigten, durchaus nicht, daß ſie für Georg ſo zuvorkommend waren. Gleichwohl war es nicht anders; man ſchmeichelte Hortenſen nicht, ſondern Georg; man bewunderte den Schmuck, die Ele⸗

ganz, den Geſchmack Georges; Georg flüſterte man jene lieb⸗

lichen Worte zu, welche eine Dame zu vergeſſen verſteht, ſobald ſie dieſelben vernommen hat, um das Vergnügen zu haben, ſie mehrere Male zu hören; kurz Georg war, immer in der Perſon Hortenſe's, unbeſtritten derjenige, mit welchen man ſich dieſen Abend am meiſten beſchäftigte, und doch gab es viele ſchöne Frauen bei dem Balle.

Georg müßte nun aber auch ein ganz erbärmlicher Menſch geweſen ſein, wenn er nicht die innigſte Dankbarkeit für alles das empfunden hätte, was Hortenſe für ihn that, denn ſie opferte ſich wahrhaft auf. In dieſem Augenblicke war ſie eben bemüht, immer für den vortrefflichen Georg, die Huldigungen eines blühenden, gelockten blonden Herrn durch allerlei züchtige Anmuthigkeiten zu gewinnen, welche denſelben als Sclaven an ihren Triumphwagen feſſeln ſollten. Mit feuchten, glänzenden Augen, mit dem lieblichſten Lächeln auf den ſchönen Lippen ſchien ſie Georg ſagen zu wollen:Siehſt Du? Das geſchieht Deinet⸗ wegen.

Glücklicherweiſe war Georg nicht undankbar; nein, im Ge⸗ gentheil das, was die Frau von Cerigny für ihn that, rührte ihn faſt zu Thränen und er wünſchte lebhaft, ſich ihrer würdig zu zeigen.Meine Triumphe werden Ihre Triumphe ſein, hat ſie zu mir geſagt, dachte der würdige junge Mannznun, Hortenſe, ich werde nicht undankbar ſein, meine Triumphe werden die Deinigen ſein und ich werde mich beſtreben, an Edelmuth Dich noch zu übertreffen.

Darauf ſetzte ſich der gute, der dankbare Georg neben eine Dame von wunderbarer Schönheit, und zwar hauptſächlich, weil Hortenſe, ich weiß nicht aus welchem unklaren Gefühle, dieſelbe recht gründlich haßte. Er beſchäftigte ſich den ganzen Abend mit ihr, bot in der Unterhaltung allen ſeinen Geiſt und ſeine ganze Anmuth auf, und da Georg ein Mann war, deſſen Huldigungen überall hoch im Preis gehalten wurden, ſo be⸗ merkte die Frau von Cerigny ſehr bald, daß ſie ihrerſeits in der Perſon Georg's einen tiefen Eindruck auf die Frau von..