Teil eines Werkes 
263. Theil, Die Prophezeihung : 6. Bändchen (1851) La bonne aventure
Entstehung
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bracht, ſind entſetzlich; ſeit zwei Tagen haben weder mein Kind noch ich etwas gegeſſen; ſchon ſeit langer Zeit haben der Kummer und die här⸗ teſten Entbehrungen meine Bruſt ausgetrocknet, und ebenfalls ſeit langer Zeit habe ich mein letz⸗ tes Kleid, mein letztes Hemd auf das Verſatzamt gebracht. Ich kann nicht länger die Schande er⸗ tragen, das Mitleid meiner Nachbarn zu ermü⸗ den, die beinahe eben ſo elend ſind, wie ich, die aber haben, was mir mangelt: Die Gewohnheit der Noth.

Um mir Kohlen zu verſchaffen, ohne Ver⸗ dacht zu erregen, habe ich dieſen Abend zu einer Fruchthändlerin, die im Hauſe wohnt, geſagt und ich log dabei nicht daß mein Kind vor Hunger und Kälte ſtürbe, und daß ſie es retten würde, wenn ſie mir ein wenig Kohlen und Milch ſchenkte. Ich habe erhalten, was ich brauchte.

Mit Anbruch der Nacht bin ich zurückge⸗ kehrt. Mein armes kleines Mädchen, deſſen Hunger ich bisher dadurch zu täuſchen ſuchte, daß ich ſeinen Lippen einen mit Waſſer angefeuch⸗ teten Lappen näherte, hat die Milch mit wahrer Gier getrunken. Die Schmerzensſeufzer, welche das Bedürfniß der Nahrung der Kleinen erpreßt hatte, verſtummten für einen Augenblick; ſie lächelte mir zu, indem ſie mir ihre zarten, ab⸗