ſeltenen Kenntniſſe vermochten ſie anfangs nicht, irgend eine beſtimmte Urſache für dieſe ſonderbare Krankheit aufzufinden, deren häufigſte Symptome folgende waren:
„Tiefe Niedergeſchlagenheit, beinahe gar kein Puls, häufige Ohnmachten, Ekel vor allen Spei⸗ ſen, außerordentliche nervöſe Reizbarkeit, unbe⸗ dingtes Bedürfniß der Dunkelheit und des Schweigens, Gefühl der Kälte in den Extremi⸗ täten, beinahe fortwährende Schlafſucht, oft ge⸗ trübt durch auffallende Träume, übrigens ohne alle ſchmerzhafte Aeußerungen. Das Geſicht iſt von matter Weiße, wie die des Wachſes; die Augen, in fieberhaftem Glanze funkelnd, ſind in ihre Höhlen geſunken; die Magerkeit nimmt von Tag zu Tage zu; der Durſt iſt unlöſchbar. So
oft die Kranke aus ihrem Zuſtande der Betäu⸗
bung erwacht, iſt ihr Geiſt vollkommen frei, ihre Gedanken ſind klar, ihre Sprache richtig und be⸗ ſtimmt.
„So vergingen ſechs Wochen. Ungeachtet der Sorgfalt der Aerzte verſchlimmerte ſich der Zuſtand der Frau Herzogin, und das Vertrauen, welches ſie für Marie Fauveau empfand, ſchien
ſich durch die aufmerkſame Pflege derſelben zu vergrößern. Die Frau Herzogin wollte, ſo zu
ſagen, nichts nehmen, als aus den Händen ihrer


