Der Kronprinz.(Die Vorleſung unter⸗ brechend.)— Das Verbrechen der Angeklagten muß in der That augenſcheinlich ſein, da ſie kei⸗ nen Vertheidiger findet. Was halten Sie davon, Herr Graf?
Ducormier.— Ich glaube, Ew. Königl. Hoheit, das dergleichen Beiſpiele in unſerem Gerichtsverfahren außerordentlich ſelten ſind, denn das Sprichwort ſagt: Keine Sache iſt ſo ſchlecht, daß ſie nicht einen Advokaten fände.
Die Herzogin von Spinola.— Ich geſtehe, gnädigſter Herr, daß der Anfang das In⸗ tereſſe im höchſten Grade erweckt.
Der Kronprinz.— Deshalb, meine Da⸗ men, bitte ich auch um Verzeihung, die Lecture einen Augenblick unterbrochen zu haben.(Seinem Adjutanten ein Zeichen gebend:) Haben Sie die Güte, fortzufahren, Obriſt Butler.
Der Adjutant las weiter:
„Die Neugier, die Aufregung des Publikums haben ſich verdoppelt, als man erfuhr, daß das Opfer dieſes entſetzlichen Verbrechens, obgleich es noch gegen den Tod, den man als nahe bevor⸗ ſtehend bezeichnet, kämpft, vielleicht den Muth haben wird, ſich in eine der erſten Sitzungen bringen zu laſſen, um den Wünſchen des Ge⸗ richtshofes zu gehorchen, und dort, umgeben von


