Als Helviſe die Familie Morſenne noch oft beſuchte, hatte ſie bei der jungen Herzogin dieſe Kammerfrau häufig geſehen. Sie erſchien bald, und einer alten Gewohnheit nachgebend, ſagte ſie zu Madame Bonaquet:
— Ich wußte nicht, daß es die Frau Mar⸗ quiſe ſei, welche mich rufen ließ; ich ſtche zu Be⸗ fehl. Die Frau Herzogin wird es ſehr bedauern, nicht zu Haus geweſen zu ſein, um die gnädige Frau empfangen zu können.
— Ich weiß, Mademoiſelle, entgegnete He⸗ loiſe, daß Sie der Frau von Beaupertuis ſehr ergeben ſind.
— Oh, was das betrifft, ganz gewiß, Frau Marquiſe.
— Nun, ſo ſagen Sie mir aufrichtig, ob Frau von Beaupertuis zu Haus iſt, oder ob ſie ſich nur verleugnen läßt? Ich muß nothwendiger⸗ weiſe in einer ſehr wichtigen, ſehr dringenden An⸗ gelegenheit mit ihr ſprechen. Alſo verhehlen Sie mir im eigenen Intereſſe Ihrer Gebieterin die Wahrheit nicht. — Ich kann Ihnen zuſchwören, daß die Frau Herzogin unlängſt zu Fuß ausgegangen iſt. Sie ſagte mir, ſie würde erſt dieſen Abend zu⸗ rücktehren, und, wie dies ſehr häufig geſchieht, in der Abbahe⸗aur⸗Bois diniren, bei der Frau Grä⸗


