— 65 den Frankreichs füllen Frau von Felmont die Zeit ſo aus, daß ihr die Tage zu kurz erſcheinen.— Im ſiebzigſten Jahre iſt dieſe Fähigkeit des Al⸗ leinlebens eine Seltenheit und immer ein Zeichen von einem ausgezeichneten Geiſt.— Einen Be⸗ weis des edlen und kräftigen Geiſtes von Frau von Felmont, mein Freund, haben Sie in je⸗ nem rührenden und würdevollen Schreiben em⸗ pfangen, welches ſie uns mit den Gegenanzeigen der Morſenniſchen Familie in Betreff unſerer Verbindung zuſchickte. Was ich ihr damals von Ihnen ſchrieb und vor allem, was ich ihr in die⸗ ſer Zeit von Ihnen erzählt habe, fügte Helviſe lächelnd hinzu, hat ihr vollends den Kopf ver⸗ dreht: Sie haben eine Eroberung an ihr gemacht. Aber, mein Freund, ſagte Helviſe plötzlich nicht ohne Beſorgniß, ich finde Sie trübe und ge⸗ dankenvoll.— Es iſt wahr; es that mir doppelt Noth Sie wiederzuſehn.— Was fehlt Ihnen, mein Freund? Sie beunruhigen mich.— Aus Beſorgniß die Zufriedenheit Ihres Aufenthalts bei Frau von Felmont zu ſtören, verſchwieg ich Ihnen bisher meinen Kummer; und dann auch, was hätte ich Ihnen mittheilen können? Ich habe mehr die Ahnung als die Gewißheit des Un⸗ glücks, das ich beſorge; doch reicht dies hin, mir die Ruhe zu rauben. Geſegnet ſei darum Ihre Rückkunft, meine liebe Heloiſe! fuhr Jerome
Teil eines Werkes
261. Theil, Die Prophezeihung : 4. Bändchen (1851) La bonne aventure
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