— Was wünſchen Sie, gnädige Frau?— Es würde mir ſehr leid thun, wenn Sie mich für ſo ſelbſtſüchtig hielten, daß ich aus bloßer Laune Ihre Zukunft ſtörte.— Ich klage nicht, gnädige Frau, ich gehorche...— Indem Sie mir flu⸗ chen?...— Schon lange, gnädige Frau, fluche ich denen nicht mehr, die mir wehe thun.— Sie verachten dieſelben?— Ich bedauere ſie, gnädige Frau; ſie verlieren an mir einen zuverläſſigen und treuen Freund.— Und verwandeln ſich den⸗ ſelben in einen furchtbaren Feind?— Ich gehöre zu denen, gnädige Frau, welche man ohne Ge⸗ fahr unter die Füße treten kann. Die Uebung im Leiden hat mich milde gemacht.— Herr Du⸗ cormier, ſagte Frau von Beaupertuis nach au⸗ genblicklichem Stillſchweigen, kann man ſich auf Ihre Worte verlaſſen?— Dies fragen, gnädige Frau, heißt daran zweifeln.— Es iſt wahr, ich hatte Unrecht; nun wohl, dann verſprechen Sie mir, auf eine Frage aufrichtig zu antworten. — Ich verſpreche es, gnädige Frau.— Auf Ehre?— Auf Ehre.— Welches, glauben Sie, ſei der Grund, weshalb ich Ihre Emfernung von hier wünſche?
Und während ſie ihn mit forſchendem Blick anſah, fügte die junge Frau hinzu:
— Antworten Sie mir ganz offen, ohne alle
Scheu. Ich verzeihe Kühnheit, nie aber Lüge.


