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Liebeschronik; man verſchmähte es ſogar nicht, ſich von den berühmteſten Buhlerinnen des Tages weitläufig zu unterhalten, und dieſen Abend flü⸗ ſterte man ſich ganz leiſe zu, damit die Neuigkeit recht laut und allgemein bekannt würde, wie auf einem der letzten Opernbälle zwei ſehr vornehme
Damen den Einfall gehabt hätten, in Geſellſchaft
ihrer Liebhaber mit einer gewiſſen Mademoiſelle Moreau, die Chevrette zubenannt, zu Abend zu ſpeiſen, welche ſich, wie es hieß, durch ihren originellen Geiſt und ihre leichtfertige Luſtigkeit auszeichnete; man erzählte ſogar von zu wenig verſchleierten Liedern, welche die Chevrette bei dieſer Gelegenheit vorgetragen, die beiden Neu⸗ gierigen übrigens ohne Verlegenheit angehört hät⸗ ten, da ſie während des Abendeſſens verſchämt die Masken vorbehalten. War dieſer leichtfer⸗ tige Ton des Geſprächs einmal angeſtimmt, ſo ſuchte ſich ein Jeder darin hervorzuthun; die Kühnſten oder Geiſtreichſten wagten zweideutige Worte, welche die am wenigſten Unſchuldigen nicht zu verſtehn vorgaben; bei dieſem Wettkampf von Läſterungen, Anſpielungen und Schmähun⸗ gen waren alle Männer beſtrebt, ſich der jungen Herzogin von Beaupertuis bemerklich zu machen,
welche als wahre Göttin der Schönheit in ihrer
Mitte thronte. In der ſogenannten holländiſchen Galerie endlich(ſie enthielt eine koſtbare Samm⸗
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