lipia; der Tropf meinte wahrſcheinlich, daß ſie riechen!— Ach! ich hab's, dieſe beiden Unbe⸗ kannten werden Miniſter ſein, der arme Mor⸗ ſenne muß ja Miniſter empfangen!— Da ſieht man, wohin der Ehrgeiz führt.— Warum aber giebt die Regierung dieſer Leute denſelben nicht wenigſtens einen Stern oder ein Ordensband, um ſie kenntlich zu machen? So ſähen ſie doch nicht ganz ſo aus wie Waſſerträger im Sonntags⸗ ſtaat.— Das iſt wahr; es ſchickte ſich wenig⸗ ſtens Leuten einer gewiſſen Geſellſchaft gegen⸗ über, welche dieſen Specien ihre Empfangszim⸗ mer öffnen müſſen.“
Derartiges unverſchämtes Geſpött begleitete alſo die armſeligen Miniſter gewöhnlich auf ihrem Rückzuge, welchen ſie mit Gift und Galle im Herzen über dieſe unverbeſſerliche und hochmü⸗ thige Ariſtokratie antraten, die ſie feige fürchte⸗ ten, der ſie niedrig ſchmeichelten und die ihren Einfluß doch nur auf ihre Feigheit ſtützte.
Die Abendgeſellſchaft von Frau von Mor⸗ ſenne war alſo im vollen Glanze verſammelt. Ein aufmerkſamer Beobachter würde drei ſtreng geſchiedene Zirkel bemerkt haben, oder wenn man es vorzieht, Höfe, deren jeder ſeine Königin hatte. Im großen Saal thronte die Fürſtin von Morſenne auf ihrem Kanapee, auf welchem der Reihe nach die Frauen, mit denen ſie am ver⸗


