Verdorbenheit des Geſchmacks weiter, als daß Ihr Lord blaſirt war?..— Er blaſirt, gnä⸗ dige Frau? nichts weniger als das! Er rauchte unausgeſetzt“ den ganzen Tag fort.— Obwohl unverſchämt, mein Herr, iſt Ihr Ver⸗ gleich verſtändlich genug. Sie wagen den Satz aufzuſtellen, daß man unwürdige und leichte Ver⸗ gnügen in der Erniedrigung ſeiner ſelbſt und An⸗ derer ſuchen müſſe!— Ich behaupte, gnädige Frau, daß es zwiſchen Tugend und Laſter keinen Mittelweg giebt; ich behaupte, daß diejenigen, welche den Muth der Treue und guter Sitten ha⸗ ben, Achtung und Bewunderung verdienen; ich behaupte aber auch, daß für diejenigen, welche im Laſter ihr Vergnügen ſuchen, nichts verboten iſt, als was das bürgerliche Geſetz unterſagt. Ihre ganze Moral iſt das Geheimniß.— Das Geheimniß! Meinen Sie es mit dieſer Ein⸗ ſchränkung wirklich ernſt?. wahrſcheinlich nur aus Rückſicht auf herrſchende Vorurtheile?— Nein aus Rückſicht auf das Vergnügen.— Wie ſo?— Zuerſt ſchont das Geheimniß in Lie⸗ besverhältniſſen in einer gewiſſen Geſellſchaft die Eigenliebe, indem, wird man verlaſſen, Nie⸗ mand die Verbindung kannte; ferner iſt das Ge⸗ heimniß eine fortwährende Verhöhnung dieſer ſtets ſo ſcharſſichtigen Geſellſchaft, deren Scharfſinn man auf die Weiſe zu Schanden macht; endlich
Teil eines Werkes
259. Theil, Die Prophezeihung : 2. Bändchen (1851) La bonne aventure
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