90— laͤchelten, befand ſich auch das junge ſchoͤne Paar, das ſie ſo grauſam getrennt hatte, ehe ſie fuͤr im⸗ mer die Buͤhne der Galanterie verließ. Sie hatten ſich leidenſchaftlicher als je nach dieſem fluͤchtigen Sturme in Liebe wieder vereiniget und beſchraͤnk⸗ ten ihre Rache auf einige pikante Scherze uͤber die Bekehrung der Frau, die ihnen ſo viel Unheil zugefuͤgt hatte.
Einige Zeit nachher fiel ein ſchreckliches Geſchick ſchwer auf die Liebenden.
Einem bis dahin blinden Manne wurden ploͤtz⸗ ich durch anonyme Mittheilungen die Augen ge⸗ oͤffnet; die Sache machte entſetzliches Aufſehen und
die junge Frau war verloren.
Ueber den Mann der jungen Frau hatten ſich unbeſtimmte Geruͤchte verbreitet, die tauſendmal ſchlimmer waren als eine foͤrmliche Anklage, die man doch bekaͤmpfen und widerlegen kann, und dieſe Geruͤchte wurden mit einer Ausdauer, mit ſo teufliſcher Geſchicklichkeit und auf ſo verſchiedene Weiſe unterhalten, daß ſich ſelbſt ſeine beſten Freunde allmaͤlig von ihm zuruͤckzogen, da ſie, ohne es ſelbſt zu wiſſen, den langſam, aber unwiderſtehlich wir⸗ kenden Einfluß dieſes unaufhoͤrlichen und unklaren Gemurmels an ſich erfuhren, das ſich etwa in die Wort⸗ zuſammenfaſſen ließ:
„Wiſſen Sie ſchon 2
„Nein.“
„Man erzahlt ſich ſchlechte Dinge uͤber hu⸗
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