Teil eines Werkes 
177. Theil, Der ewige Jude : 6. Bändchen (1844) Le juif errant
Entstehung
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Die Fuͤrſtin, fuͤr welche die Stunde der Be⸗ kehrung noch nicht geſchlagen hatte, uͤberließ ſich fortwaͤhrend dem Wirbel des Weltlebens mit einem Eifer, in den ſich Haß und Neid miſchten, denn ſie ſah das Ende ihrer ſchoͤnen Jahre kommen.

Aus der nachſtehenden Thatſache wird man den Charakter dieſes Weibes beurtheilen koͤnnen.

Sie war noch ſehr angenehm und wollte ihr weltliches Leben durch einen letzten und glaͤnzenden Triumph beſchließen, wie eine große Schauſpielerin ſich bei Zeiten von der Buͤhne zuruͤckzieht, damit man ſich nach ihr noch ſehne. Um ihrer Eitelkeit

dieſe letzte und höchſte Befriedigung zu geben, wählte die Fuͤrſtin ihre Opfer geſchickt aus. Sie erſah ſich ein junges Paar, das ſich gegenſeitig vergot terte, und entriß durch Liſt und Gewandtheit den Mann wirklich der Geliebten, einer reizenden Frau von achtzehn Jahren, die ihn faſt anbetete. Nach⸗ dem dieſer Sieg hinreichend bekannt geworden war, verließ die Frau von St. Dizier die Welt im gan⸗ zen Glanze ihres Abenteuers. Nach mehrern lan⸗ gen Unterredungen mit dem Marquis von Aigrigny, der damals ein ſehr beruͤhmter Prediger war, ver⸗ ließ ſie plotzlich Paris und verbrachte zwei Jahre auf ihrem Landgute bei Duͤnkirchen, wohin ſie eine ihrer Kammerfrauen, Madame Grivois, mit ſich nahm.

Als die Fürſtin zuruͤckkam, erkannte man dieſe ſonſt ſo leichtfertige, galante und verſchwenderiſche