Palaſtes ab, deſſen erſte Etage die Furſtin bewohnte; denn die Einrichtung des Erdgeſchoſſes war von der Art, daß nur Feſte darin gegeben werden konn⸗ ten, und die Fuͤrſtin hatte dieſem weltlichen Glanze längſt entſagt. Der Ernſt der Diener, die ſaͤmmt⸗ lich alt und ſchwarz gekleidet waren, die tiefe Stille, welche in ihrer Wohnung herrſchte, in welcher man eigentlich nur leiſe ſprach, und die faſt kloſterliche Regelmaͤßigkeit in dieſem unermeßlich großen Hauſe gaben der Umgebung der Fuͤrſtin etwas Trauriges und Strenges.
Ein Weltmann, der mit großem Muthe eine ſeltene Charakterſelbſtſtändigkeit verband, ſagte von der Fuͤrſtin von Saint Dizier(mit der Adrienne von Cardoville einen großen Kampf beginnen wollte, wie ſie ſich ſelbſt ausdruckte):
„Ich bin weder albern noch gemein und habe „zum erſtenmale in meinem Leben, um die Frau „Fuͤrſtin von St. Dizier nicht zur Feindin zu er⸗ „halten, etwas Albernes und Gemeines gethan.“
Und der Mann ſprach ganz aufrichtig.
Freilich war die Frau Fuͤrſtin von St. Dizier nicht ſogleich zu dieſem hohen Grade von Wich⸗ tigkeit gelangt.
Wir muͤſſen hier einige Worte vorausſchicken, um gewiſſe Epochen in dem Leben dieſer gefährli⸗ chen und unverſoͤhnlichen Frau zu charakteriſiren, welche durch ihre Verbindung mit dem Orden eine geheime, furchtbare Macht erlangt hatte; denn


