„Und der Gram Ihrer Mutter? Sie wird ſich aͤngſtigen. Iſt das nichts? Und vergeſſen Sie Ihren Vater, wie die arme Näherin, die Sie wie einen Bruder liebt und deren Herzen ich gleich⸗ komme? Erſparen Sie Ihrer Familie dieſe Leiden und bleiben Sie hier. Ehe der Abend kommt, werde ich. Sie gewiß, entweder durch Caution oder auf andere Weiſe aus Ihrer Langenweile befreit
haben.“
„Aber, mein Fraäulein, wenn ich auch Ihr edeles Anerbieten annehmen wollte, ſo wuͤrde man mich doch hier finden.“
„Keinesweges. Es befindet ſich in dieſem Gar⸗ tenhaus, das ſonſt— verſteckten Freuden diente— Sie ſehen,“ ſagte Adrienne lächelnd,—„daß ich einen ſehr unheiligen Ort bewohne,— ein ſo ſinn⸗ reich angelegtes Verſteck, daß es allen Nachforſchungen entgehen muß.. Georgette wird Sie dahin fuͤhren. Sie werden dort alle Bequemlichkeiten haben und ſelbſt ein Gedicht fuͤr mich ſchreiben koͤnnen, wenn Sie die Lage begeiſtern ſollte.“
„O, Fraäulein, wie guͤtig ſind Sie! Wie habe ich verdient 2“
„Wie? Das will ich Ihnen ſagen.. Geben Sie zu, daß Ihr Charakter und Ihre Lage kein Intereſſe verdient, geben Sie zu, daß ich keine hei⸗ lige Schuld gegen Ihren Vater habe wegen der ruͤhrenden Sorgfalt, die er den Toͤchtern des Mar⸗ ſchalls Simon widmete, die meine Verwandten


