„wie ſchon und edel iſt es von ihm, daß er Dir ſo Gerechtigkeit widerfahren laͤßt!“
„Ach, Bruder, ſeine Guͤte gegen mich uͤbertreibt, was doch ganz natuͤrlich iſt..“ Matuͤrlich? Fuͤr Leute Deiner Art, ja,“ ſagte der Soldat;„aber dieſe Art iſt ſelten.“
„Ach ja, ſehr ſelten, denn dieſer Muth iſt der bewundernswuͤrdigſte,“ fuhr Agricol fort.„Wie? Du weißt, daß Du in einen gewiſſen Tod gehſt, und gehſt allein, ein Crucifix in der Hand, um bei den Wilden Bruderliebe zu predigen; ſie ergreifen Dich, ſie martern Dich, und Du erwarteſt den Tod, ohne Dich zu beklagen, ohne Haß, ohne Zorn, ohne Rache, Verzeihung auf den Lippen und lchelnd. Und dies tief im Walde, allein, ohne daß es Je⸗
mand weiß oder ſieht, ohne irgend eine Hoffnung,
wenn Du entkommſt, als Deine Wunden unter Deinem beſcheidenen ſchwarzen Rock zu verbergen. Ja, der Vater hat Recht; behaupte noch einmal, daß Du nicht auch ſo muthig ſeieſt als er!“
„Und,“ fuhr Dagobert fort,„der arme Sohn thut alles dies umſonſt, denn, wie Du ſagſt, ſein Muth und ſeine Wunden werden ſeinen ſchwarzen Rock nie in ein Biſchofsgewand verwandeln.“
„Ich bin nicht ſo uneigennuͤtzig als ich erſcheine,“ ſagte Gabriel mit ſanftem Laͤcheln zu Dagobert; „wenn ich wuͤrdig befunden werbe, kann mich ein hoher Lohn dort oben erwarten.“


