von Cardoville, dieſem glaͤnzenden Muſter von Ju⸗ gend, Schoͤnheit und Reichthum, verglich, etwas
ſo Scharfes und Bitteres, daß Agricol zu Thränen geruͤhrt wurde. Er reichte Hoͤckchen eine Hand und ſagte mit zaͤrtlichem Tone:
„Wie gut Du biſt! Welcher Edelmuth, wel⸗ cher Verſtand und welches Zartgefuͤhl liegt in Dir!“
„Leider kann ich nichts, als— rathen.“
„Und ich werde Deinem Rathe folgen, gutes Höckchen, denn er kommt aus dem edelſten Herzen, das ich kenne.„ Auch haſt Du mich uͤber dieſen Schritt beruhiget, weil Du mich uͤberzeugt haſt,
Verachtete, Arme und Gebrechliche ſich mit Adrienne
daß das Herz des Fräulein von Cardoville ſo gut
ſei wie das Deinige.“
Bei dieſem ehrlich und wahr gemeinten Ver⸗ b
gleiche vergaß Hoͤckchen faſt Alles, was ſie gelitten hatte, denn ein liebliches tröſtliches Gefuͤhl erfuͤllte ihr Herz. Manche Weſen, die vom Geſchick fur das Leiden beſtimmt zu ſein ſcheinen, haben Schmer⸗ zen, welche die Welt nicht kennt, aber bisweilen auch beſcheidene ſtille Freuden, welche ihr ebenfalls unbekannt ſind. Das kleinſte Wort von Liebe, das ſie in ihren eigenen Augen aufrichtet und er⸗ hebt, thut dieſen armen, an Verachtung, Härte und Zweifel an ſich ſelbſt gewoͤhnten Menſchen ſo unausſprechlich wohl!
„Es iſt alſo abgemacht, Du gehſt morgen früh


