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ihren Purpurkelch in dieſem ärmlichen Aufenthalte mit grauen feuchten Mauern, die ein duͤnnes Talg⸗ licht ſchwach erhellte.
Hockchen ſaß mit verſtörtem Geſichte, die Augen voll Thraͤnen, auf ihrem Bette, ſtutzte die eine Hand auf das Kopfkiſſen, neigte den Kopf nach der Thuͤre hin und horchte geſpannt, da ſie jeden Augenblick die Tritte Agricols zu hoͤren hoffte.
Das Herz des Madchens klopfte ungeſtum; ihr ſonſt immer bleiches Geſicht war leicht geroͤthet, und bisweilen blickte ſie mit einer Art Angſt auf einen Brief, den ſie in der Hand hielt. Dieſer Brief, den Abends der Brieftraͤger gebracht hatte, war durch den Färber, welcher zugleich das Amt des Portiers oder Hausmannes verſah, auf den Tiſch Höckchens gelegt worden, als ſich dieſe bei der An⸗ kunft Dagoberts in der Stube Franziscas befand.
Nach einigen Augenblicken horte ſie eine Thuͤre leiſe öffnen, die dicht neben der ihrigen war.
„Endlich kommt er!“ dachte ſie bei ſich.
Agricol kam wirklich.
„Ich wartete, bis mein Vater eingeſchlafen war,“ ſagte der Schmied leiſe, deſſen Geſicht mehr Neugierde als Beſorgniß verrieth;„was giebt es denn, Hoͤckchen? Wie ſiehſt Du veraͤndert aus! Du weinſt? Was iſt denn geſchehen? Welche Gefahr meinſt Du?“
„Da lies!“ ſagte Höckchen mit zitternder


