—
„
Mit einemmale wurde draußen vor der Thuͤre laut gebellt.
„Mein alter Murt,“ ſagte Dagobert, indem er ſeinem Hunde die Thuͤre aufmachte;„er will auch herein und die Familie kennen lernen.“
Murr ſprang herein und war nach einer Se⸗ cunde wie zu Hauſe. Nachdem er ſeine lange Schnauze an der Hand Dagoberts gerieben hatte, ging er herum, um ſich Roſa und Bianca, Dago⸗ berts Frau und Agricol bemerklich zu machen, und als er ſah, daß man nicht ſehr viel auf ihn achtete, bemerkte er Höckchen, die ſich ſchuͤchtern in einem Winkel des Stuͤbchens hielt. Nach dem Sprich⸗ wörte:„Die Freunde unſerer Freunde ſind auch
unſere Freunde,“ fing Murr alsbald an, die Haͤnde
der Näherin zu lecken, welche in dieſem Augenblicke vergeſſen war.
Dieſe Liebkoſung ruͤhrte ſeltſamer Weiſe das arme Maͤdchen bis zu Thraͤnen; ſie ſtrich mehr⸗ mals mit ihrer langen, hagern weißen Hand uͤber den klugen Kopf des Hundes, und da ſie die klei⸗ nen Dienſte verrichtet, welche ſie leiſten zu koͤnnen geglaubt hatte, nahm ſie die ſchöne Blume, die ihr Agricol gegeben hatte, öffnete leiſe die Thuͤre und ging ſo geraͤuſchlos hinaus, daß Niemand ihr Fortgehen bemerkte.
Nach den gegenſeitigen Herzensergießungen dach⸗ ten Dagobert, ſeine Frau und ſein Sohn auch an das wirkliche Leben.


