Teil eines Werkes 
176. Theil, Der ewige Jude : 5. Bändchen (1844) Le juif errant
Entstehung
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Es war dies das Koſtbarſte, was die Frau be⸗ ſaß, ſowohl wegen des geringen Werthes als auch wegen der Erinnerung, die ſich daran knuͤpfte. Deshalb hatte ſie denn auch oft bittere Thraͤnen vergoſſen, wenn ſie in dringender Noth, nach Krankheit oder Arbeitsmangel, den Becher und das Beſteck, dieſe fur ſie heiligen Gegenſtaͤnde, ins Leih⸗ haus zu tragen genoͤthiget geweſen war.

Dann holte ſie von dem untern Vrete des Schrankes eine Flaſche Waſſer und eine nur noch zu drei Vierteln volle Flaſche Wein, ſetzte auch dieſe neben den Teller ihres Sohnes und kehrte

dann an den Ofen zuruͤck, um das Abendeſſen vol⸗ lends bereit zu machen.

Obgleich Agricol noch nicht viel laͤnger als ge⸗ wöhnlich ausgeblieben war, ſo ſprach ſich doch in dem Geſichte ſeiner Mutter bereits Unruhe und Trauer aus. Man ſah es ihren geroͤtheten Augen an, daß ſie viel geweint hatte.

Die arme Frau hatte nach langer und ſchmerz⸗ licher Ungewißheit endlich die Ueberzeugung gewon⸗ nen, daß ihre ſchon laͤngſt ſehr geſchwaͤchten Augen ihr bald ſogar nicht mehr erlauben wuͤrden, taͤglich zwei bis drei Stunden zu arbeiten, wie ſie es bis⸗ her zu thun gewohnt geweſen war.

Fruͤher war ſie eine vortrefflich⸗ Weißnaͤherin ge⸗ weſen; in dem Maße aber, wie ihre Augen ſich verſchlechterten, hatte ſie ſich mit immer groͤberer Näherei beſchaͤftigen müſſen und ihr Verdienſt hatte

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