Teil eines Werkes 
176. Theil, Der ewige Jude : 5. Bändchen (1844) Le juif errant
Entstehung
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Meine lieben Schweſtern, ich bin nur ein armer Prieſter. Wahrſcheinlich gleiche ich zufällig dem Engel, den Sie im Traume geſehen haben und den Sie nur im Traume ſehen konnten, denn es giebt keine fuͤr uns ſichtbaren Engel.

Es giebt keine ſichtbaren Engel? wiederholten die Schweſtern, indem ſie einander traurig anſahen.

Es iſt das kein Ungluͤck, liebe Schweſtern, ſprach Gabriel, indem er liebevoll die Haͤnde der beiden Mädchen in die ſeinigen nahm;die Traͤume kommen, wie Alles, von Gott, und da ſich die Er⸗ innerung an Ihre Mutter mit jenem Traume ver⸗ band, ſo ſegnen Sie ihn doppelt.

In dieſem Augenblicke wurde eine Thuͤre ge⸗ oͤffnet und Dagobert trat herein.

Bis jetzt hatten die Waiſen in ihrem Ehrgeize, von einem Engel beſchuͤtzt zu werden, nicht daran gedacht, daß Dagoberts Frau ein verlaſſenes Kind angenommen habe, das Gabriel heiße, und daß dieſer Gabriel Prieſter und Miſſionair ſei.

Der Soldat war, ob er gleich hartnaͤckig be⸗ hauptete, ſeine Wunde ſei nur eine weiße(blutloſe) Wunde, von dem Chirurgen des Dorfes ſorgfältig verbunden worden. Eine ſchwarze Binde verdeckte ihm zur Halfte die Stirn und erhoͤhete noch ſein von Natur ſchon finſteres, muͤrriſches Ausſehen.

Als er in das Zimmer trat, wunderte er ſich nicht wenig, einen Unbekannten vertraulich die Haͤnde Biancas und Roſas halten zu ſehen. Dieſe Ver⸗