Teil eines Werkes 
174. Theil, Der ewige Jude : 3. Bändchen (1844) Le juif errant
Entstehung
Einzelbild herunterladen

S

er gab in ſeltſamer Erregung plotzlich ſeine maͤnn⸗ liche tiefinnige Luſt durch laute wildkräftige Jubel⸗ toͤne zu erkennen und ließ zu gleicher Zeit wie in

tollem Rauſche ſeine kräftige Stute anſpringen.

Ein heller Sonnenſtrahl, der durch die dunkle gruͤne Woͤlbung drang, beleuchtete ihn jetzt ganz.

Auf einem Fußwege, der die Allee, in welcher ſich Dſchalma befand, am Ende kreuzte, kam ſeit einigen Augenblicken ein Mann ſchnell heran.

Der Mann blieb im Schatten ſtehen und be⸗ trachtete Dſchalma mit Verwunderung.

Der ſchoͤne, luſttrunkene, feurige Juͤngling im blendenden Lichtglanze, in dem weißen flatternden Gewande, auf der muthigen ſchwarzen Stute, die ihren rothen Zaum mit weißem Schaum bedeckte und deren langer Schweif und dichte Maäͤhne im Abendwinde wogten, war allerdings ein reizender Anblick.

Bald fühlte ſich indeß Dſchalma, denn allen menſchlichen Wuͤnſchen folgt ihr Gegentheil, von einer milden unbeſchreiblichen Wehmuth ergriffen; er legte die Hand auf die feuchten, umſchleierten Augen und ließ die Zugel auf den Hals ſeines ge⸗ horſamen Pferdes fallen.

Das Pferd blieb ſogleich ſtehen, ſtreckte den Schwanenhals aus und wendete den Kopf halb nach dem Manne herum, den es im Gebuͤſche ſah.

Dieſer Mann, der Schmuggler Mahal, war faſt wie die europaiſchen Matroſen gekleidet. Er