ches Gift enthalten, wo praͤchtige Baume wachſen, deren Schatten toͤdtet; wo der Vampyr, die rieſen⸗ hafte Fledermaus, das Blut aus den Opfern ſaugt, deren Schlaf er durch wuͤrzige Kuͤhlung verlaͤngert, denn der beweglichſte Fächer iſt nicht raſcher als das Schwingen der großen von Moſchus duftenden Fluͤgel dieſes Ungethuͤms.
Der Monat October 1831 iſt beinahe zu Ende.
Es iſt Mittag, jene Stunde die denjenigen faſt tödtlich wird, welche der gluͤhenden Sonne ſich ausſetzen, die den dunkelblauen Himmel mit heißem blendenden Lichte uͤberſtrmt. Eine Ajupa, ein Ruhehaͤuschen von Binſenmatten, die an dicken, tief in die Erde geſchlagenen Bambusſtaͤben aus⸗ geſpannt ſind, ſteht in dem blaͤulichen Schatten einiger Baume mit glaͤnzend gruͤnen Blättern. Dieſe Baͤume von ſeltſamen Formen ſind theils in Ar⸗ caden abgerundet, theils ragen ſie gleich Thurm⸗ ſpitzen empor, theils woͤlben ſie ſich wie Sonnen⸗ ſchirme, alle aber ſind ſo blätterreich, ſo dicht, ſo in einander verwachſen und verflochten, daß der Regen durch das Dach, welches ſie bilden, nicht
* durchzudringen vermag.
Der trotz wahrhafter Hoͤllenglut fortwäͤhrend ſumpfige Boden verſchwindet unter einem unent⸗ wirrbaren Gemiſch von Lianen, Farnkraͤutern und buſchigen Binſen von unglaublicher Friſche und kraͤftigem Wuchſe, die faſt bis an das Dach der


