1
——=——
1
Funfzehntes Kapitel. Die Briefe.
Wenn man in den Orbensregeln ber Jeſutten unter bem Titel de Formula scribendi(nst. 2. 11 p. 125— 129) die Ausführung des achten Theils der ſtitutionen lieſet, erſchrickt man über die Anzahl der Briefe, Berichte, Verzeich⸗ niſſe und Schriften aller Art, die in dem Archiv der Geſell⸗ ſchaft aufbewahrt werben.
Es iſt eine unenblich ſorgſamere und beſſer unterrichtete Polizei, als die irgend eines Staates jemals geweſen iſt. Selbſt die Regierung Venedigs wurde durch die Jeſuiten übertroffen. Als dieſe ſie 1606 verjagte, nahm ſie alle Pa⸗ piere derſelben in Beſchlag und warf ihnen ihre große und läſtige Neugierde vor. Dieſe zu einem ſolchen Grad der Vollkommenheit gebrachte Polizei und geheime Inguiſitivn macht die Macht einer Regierung begreiflich, welche ſo wohl unterrichtet, in ihren Plänen ſo ausdauernd, durch die Einheit und, wie die Conſtitutionen ſagen, durch die Einigkeit ihrer Glieber, ſo mächtig war.— Man ſicht leicht ein, welche unermeßliche Kraft die Regierung bieſer Geſell⸗ ſchaft erlangte und wie der Jeſuitengeneral zu dem Herzoge von Briſſac ſagen konnte:„von dieſem Zimmer aus re⸗ giere ich nicht blos Paris, ſondern China, nicht blos China, ſondern die ganze Welt, ohne daß Je⸗ mand weiß, wie es zugeht.“
(Die Conſtitutionen der Jeſuiten mit den Erläute⸗ rungen, lateiniſcher Text, nach der Prager Aus⸗ gabe, p. 476— 478. Paris, Paulin, 1843.)
Der Thierbaͤndiger Morok hatte noch vor der Ankunft des Ortsrichters, weil er glaubte, Da⸗


