„Der Prophet ſagte das Gegentheil.“
„Der Prophet..,“ fiel der Soldat mit zwei⸗ felnder Miene ein.
„Der Prophet iſt ein frommer und ehrlicher Mann, der nicht lugen kann,“ unterbrach ihn der Richter.
„Daruͤber kann ich nichts ſagen, aber Sie ſind zu gerecht und haben ein zu gutes Herz, Herr Richter, als daß Sie mir Unrecht geben konnten, ohne mich gehoͤrt zu haben„. Ein Mann wie Sie kann keine Ungerechtigkeit begehen, das ſieht man gleich.“
Dagobert, der ſo unwillkuhrlich den Schmeich⸗ ler und Hofmann ſpielte, bemuͤhete ſich dabei, ſei⸗ ner rauhen Stimme den moͤglichſt ſanften Ton und ſeinem finſtern Geſichte einen laͤchelnden, ein⸗ nehmenden, ſchmeichelnden Ausdruck zu geben. „Ein Mann wie Sie,“ ſetzte er mit noch grö⸗ ßerer Freundlichkeit hinzu,„ein ſo achtungswerther Richter hoͤrt nicht blos mit einem Ohre.“
„Hier iſt gar nicht die Rede von den Ohren, ſondern von den Augen, und wenn mir die meini⸗ gen auch brennen, als haͤtte ich ſie mit Brennneſſeln gerieben, ſo habe ich doch geſehen, daß der Thier⸗ baͤndiger eine ſchreckliche Wunde an der Hand hat.“
„Dos iſt wohl wahr, Herr Richter, aber be⸗
denken Sie nur, wenn er ſeine Käfige und ſeine
Thuͤre zugehalten hätte, ware Alles nicht geſche⸗ hen.“


