in dem mürriſchen Geſichte ſeines Richters zu leſen, ob er wohl hoffen duͤrfe, ihn fur ſein Schickſal, d. h⸗ fur das Schickſal der beiden verwaiſeten Mädchen, zu intereſſiren.
Der alte Soldat nahm in dieſem entſcheiden⸗ den Augenblicke ſeine ganze Ruhe, ſeinen ganzen Verſtand, ſeine ganze Beredtſamkeit, ſeine ganze Entſchloſſenheit zu Hilfe, denn obwohl er dem Tode zwanzigmal mit kalter Verachtung getrotzt und die Augen ſelbſt vor dem Adlerblicke des Kaiſers, ſei⸗ nes Helden, ſeines Gottes, nicht niedergeſchlagen hatte, ſondern ruhig und feſt geblieben, war er doch
jetzt vor dieſem Dorfrichter mit unfreundlichem Ge⸗
ſichte verlegen und zitterte.
„Was haben Sie mir zu Ihrer Rechtfertigung zu ſagen? Machen Sie ſchnell,“ begann der Rich⸗ ter barſch, während er ungeduldig gaͤhnte.
„Ich habe mich nicht zu rechtfertigen, ſondern zu beklagen, Herr Richter,“ antwortete Dagobert mit feſter Stimme.
„Wollen Sie mich lehren, wie ich zu fragen habe?“ fuhr ihn der Richter ſo heftig an, daß der
Soldat ſich Vorwuͤrfe daruͤber machte, die Unterre⸗
dung ſo ſchlecht angefangen zu haben. Um den Mann wieder zu beſaͤnftigen, antwortete er unter⸗ wuͤrfig:
„Verzeihen Sie, Herr Richter, ich werde mich nicht recht ausgedruͤckt haben; ich wollte nur ſagen, daß ich bei der Sache nichts verſchuldet hätte.“


